1. Meinung

Liss: Nothelfer in allen Lagen

Kolumne Liss : Nothelfer in allen Lagen

Ich will ja nichts sagen, aber das neue Jahr fängt an wie immer: mit Müdigkeit am Neujahrsmorgen und mit guten Vorsätzen, die an Drei Könige schon wieder fast vergessen oder von vorneherein unpraktisch angelegt sind.

Zum Beispiel das Abnehmen: Wie soll man Kilos verlieren, wenn noch so viele Weihnachtsplätzchen zu vertilgen sind? Wie morgens joggen gehen, wenn Glatteis droht? So haben Mann und Frau ihre lieben Nöte mit den guten Vorsätzen. Apropos Nöte: Vielleicht helfen dann die Not­helfer der Kirche? Die Morbacher Katholiken haben ihre neue Pfarrei doch bestimmt mit Hintersinn Vierzehnheilige genannt. Die haben jetzt 25 Nothelfer – die 14 bekannten und die 14 Schutzpatrone der jeweiligen Kirchen und Kapellen, davon sind drei identisch – da kann zwischen Hinzerath, Riedenburg und Hunolstein doch nichts mehr schiefgehen. Es ist in der Tat schön, dass man bei verschiedenen Nöten den ein oder anderen Nothelfer um Rat bitten kann. Die Morbacher St. Anna ist Schutzpatronin bei Gewitter, der Morscheider St. Laurentius der Patron für Berufe mit offenem Feuer, wie einst Bäcker und Köche. Der Oderter St. Blasius ist Schutzpatron der Ärzte und hilft bei Husten, Zahnschmerzen, Geschwüren, Blasenerkrankungen, Blutungen, Koliken und der Pest. Vielleicht auch bei Corona? Ich frage mich natürlich – mit Blick nach Thalfang – wie zuverlässig so ein Schutz­patron hilft. Dort ist die Pfarrkirche dem Heiligen Matthäus gewidmet, dem Schutzpatron der Buchhalter, Geldwechsler und Finanzleute. Nur, wie kommen die Thalfanger bei einem solchen Schutzpatron zu solchen Schuldenbergen? Vielleicht sollten die Mitglieder des Gemeinderats öfter mal die Messe besuchen, damit Matthäus sie bei den Finanzen erleuchten kann…., meint eure Liss.