1. Meinung

Liss zur Chefin des neuen Morbacher Kulturzentrums, Kerstin Thommes

Liss : Krumpern à la Ruhrpott

Ich will ja nichts sagen, aber kulturell sind wir im Hunsrück schwer auf der Höhe. Wenn der Musikverein spielt, der Kirchenchor dazu singt und mein Hermann hinterher sein Stubbi trinken kann, dann war das früher Kultur genug.

Aber frau – und auch mancher Mann – will inzwischen mehr. Da will man auch mal in ein Konzert eines prominenten Künstlers gehen, vielleicht ein Theater zu Gast haben oder was auch immer. Früher musste man dazu immer irgendwo hinfahren, aber so gelegentlich kam vor Corona ja auch was zu uns.

Und jetzt gibt es in Morbach ein richtiges Kulturzentrum, im Archäologiepark. Na wenn, dann richtig, wird sich Bürgermeister Hackethal gedacht haben. „Ein Zentrum muss es sein! Mit kleinen Dingen geben wir uns nicht ab.“ Und Chefin des Hunsrücker Kulturzentrums wird – man höre und staune – eine Frau aus dem Ruhrpott. Ob die sich wirklich in uns Hunsrücker reindenken kann?  Irgendwie ist es schon logisch, dass die Kerstin Thommes ihr Büro in Belginum ihr Büro hat. Denn da sind die Grabungen, und damit kennt sie sich ja aus. Bei uns sind es keltische Schätze, in ihrer Heimat war es die Kohle. Ist ja fast dasselbe. Aber die Ruhrpottler gehen ja tiefer in die Erde rein. Vielleicht findet sie unter den Römersiedlungen und Keltengräbern noch was aus der Steinzeit? Aber ich sag euch: Wenn die Kerstin Thommes dort oben mal richtig gebuddelt hat, dann frag ich sie im nächsten Herbst, ob sie mir hilft. Beim Krumpernausmachen. Bis dahin müsste sie ja genug Übung beim Graben haben, meint eure LISS