Liss : Palmen wehen am Erbeskopf

Ich will ja nichts sagen,

aber der Wald hat es bei uns auf dem Hunsrück schon schwer. Hier die vielen Rehe und Hirsche, die an den Bäumen knabbern, dort die Waldstücke, die weichen sollen, damit noch mehr Straßen mehrspurig ausgebaut werden sollen. Und dann kommt die Trockenheit hinzu, die den Borkenkäfern ihre Bohrerei an den Fichten leicht macht.

Also ich bin hier im Hunsrück aufgewachsen und mit meinem Hermann immer wieder zwischen den vielen Fichten hindurchgelaufen. Und die soll es wegen der Klimaerwärmung künftig kaum noch geben? Für mich als Hunsrücker Urgestein schwer vorzustellen.

Aber welche Bäume pflanzen wir dann an? Die Sägewerke wollen ja auch was zu schaffen haben. Also mehr Laubbäume, okay. Aber wenn es dann noch wärmer wird, sollen die Bäume hier heimisch werden, die am Mittelmeer wachsen. Dann braust der Wind nicht mehr durch die Tannen und Fichtenzweige, sondern durch Palmwedel und Olivenbäume.

Das würde natürlich eine Lücke füllen. Mein Hermann schaut schon, wo er Olivenbäume anpflanzen will und wie man daraus so tolles Öl auspresst. Dann müssten wir nicht mehr so viel Geld für Sonnenblumenöl ausgeben. Wenn es denn überhaupt welches gibt.

Aber so weit sind wir noch nicht. Wir sind früher mit dem Auto in jeder freien Minute in den Wald gefahren, um inmitten der herrlichen Fichtenlandschaft die Natur zu genießen. Jetzt machen wir das mit dem E-Bike. Frau ist ja lernfähig und umweltfreundlich.

Und bis sich auf dem Erbeskopf die Palmen im Wind wiegen und wir auf den Skihängen den Wein ernten können, das dauert hoffentlich noch lange. Oder noch besser: Das kommt nie, das mit dem Wein, das überlassen wir weiter den Moselanern, meint
eure Liss