Sex-Streik für die Kita?

Sex-Streik für die Kita?

Langsam platzt mir der Kragen! Eine gute Freundin von mir ruft mich jede Woche an und heult sich bei mir aus. Das Thema ist immer das gleiche: der Kindergarten in Berglicht. Seit Jahren geht da nichts voran. Es gibt nicht genug Platz, das Haus muss renoviert werden. Und wenn dann noch die ganz kleinen Würmchen da rein sollen, dann wird es in der Puppenecke zu eng für alle Kinder.

"Was würdest du denn tun, Liss?" fragt sie mich jedes Mal. Zusammen haben wir schon einige Pläne gemacht, aber auch wieder über den Haufen geworfen. "Sex-Streik", hatte meine Freundin vorgeschlagen, so wie die Frauen in Kolumbien, die damit erreicht haben, dass eine völlig löchrige Straße endlich wieder repariert wird. Aber das war uns dann doch zu radikal.

Aber jetzt habe ich die Idee. Alle berufstätigen Mütter und Väter, deren Kinder in die Kindertagesstätte Berglicht gehen, nehmen ihren Nachwuchs einfach mit zur Arbeit. In den Büros, Fabriken und auf den Baustellen ist dann eine Menge los. Da werden Computer, Fließbänder und Mörtelkellen ein ums andere Mal verwaist sein, weil sich die Papis und Mamis um ihre Kinder kümmern müssen. Ruckzuck werden die Chefs merken, dass da in ihren Betrieben ordentlich etwas schiefläuft, wenn nicht mehr gearbeitet wird.

Und ich bin sicher, dass binnen weniger als vier Wochen es Spenden von Firmen und Betrieben hagelt, die den Ausbau der Kita in Berglicht sponsern. Nur damit wieder Ruhe und Ordnung herrscht - und das Bruttosozialprodukt wieder nach oben geht. Zieht euch warm an, liebe Chefs! Nicht nur der Winter wird kalt