Kolumne Liss: Streichholzkünstler

Kolumne Liss : Streichholzkünstler

Ich will ja nichts sagen, aber warum baut jemand einen Eiffelturm aus Streichhölzern? Wegen mir darf ja jeder Mann sein Hobby haben. Garten umgraben, Auto waschen, Fußball gucken, aber mit Streichhölzern so monumentale Bauwerke nachstellen, wie sie jetzt im Weiperather Holzmuseum zu sehen sind?

Wenn mein Hermann heute damit anfangen würde, würde ich drauf achten, dass er keine Pariser, sondern Hunsrücker Bauwerke damit nachstellt. Anfangen könnte er mit Windrädern. Die scheinen mir zum einen nicht so schwer zu sein, und auf dem Ranzenkopf entwickeln die sich zu den neuen Wahrzeichen der Region, auch wenn sie in Natura nicht ganz so hoch sind wie der Eiffelturm. Trotzdem sehen die Wittlicher jetzt von ihrem Balkon aus, wo Gornhausen, Horath und Elzerath liegen.

Dann könnte Hermann nach und nach die Windklangskulptur auf dem Erbeskopf, die Rathäuser, das Hunsrückhaus und die Photovoltaikfelder in Malborn nachbauen. Wenn er das schafft, könnte er sich an eine ganze Landschaft wagen, wie die Ennich Brück und das Moseltal mit dem Hochmoselübergang. Vielleicht fängt er aber auch mit dem Verkehrskreisel beim Archäologiepark an. Wenn er da die Schilder nicht richtig anleimt, fallen sie zwar um. Aber dann sieht sein Bauwerk echter aus als wenn die Pfeile alle aufrecht stehen,

meint eure Liss