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Liss
Von Holz und Holzköpfen

Liss
Liss FOTO: TV
Ich will ja nix sagen, aber mit dieser ganzen Elektronik und dem Computergedöns ändert sich einiges. Vor allem das Miteinander. Gestern hat ein Bekannter was dagelassen für die Nachbarin, ich habe ihr einen Zettel in den Briefkasten gesteckt, und das erste, was sie mir beim Abholen sagt: „Warum hast Du mir keine Nachricht über Facebook geschickt?

 Also, ich bin ja eine moderne Frau. Aber auf die Idee, dass eine Internetnachricht einen Briefkasten in den Schatten stellt, darauf bin ich noch nicht gekommen.

Doch gibt es auch Hoffnung. Denn so manche Entwicklung wird auf anderem Weg wieder umgekehrt. Die Morbacher hatten es ja nie so richtig verwunden, dass das Forstamt weggekommen ist und sie beim Thema Holz nichts mehr zu melden hatten. Und jetzt wird das ganze kommunale Holz aus den Landkreisen Trier und Bernkastel-Wittlich von Morbach aus vermarktet. Gut, die Trierer sperren sich noch ein bisschen. Ist für solche Städter ja nicht ganz einfach, wenn sie akzeptieren sollen, dass was aufs Land kommt und sie nicht alles automatisch in ihre Moselmetropole bekommen. Jetzt können die Trierer auch mal ruhig  auf den Hunsrück fahren.

Die tun immer so, als wäre es aus der Stadt zu uns immer wesentlich weiter als umgekehrt. Die Trierer sollen sich mal lieber um ihre Römer und ihren Marxe Karl kümmern. Da wissen sie Bescheid. Und wir Hunsrücker kümmern uns ums Holz, da kennen wir uns besser aus. Zumal ich genug Holzköpfe hier oben kenne. Ich brauche mir manchmal nur meinen Hermann anzuschauen, meint eure Liss.