Kolumne Liss: Wörter fasten

Kolumne Liss : Wörter fasten

Ich will ja nichts sagen,

aber jetzt geht es wieder mit dem Fasten los. Der eine fastet Fernsehen, der zweite Alkohol – mein Hermann auch, habe ich ihm nahegelegt – der dritte fastet beim Essen. Das wird dann quasi so ein Veggi-Monat für Traditionelle. Kein Fleisch, nichts Süßes, oder was es sonst noch so für Varianten gibt.

Mir wäre es manchmal lieber, die Leute würden mit Worten sparen. Zum Beispiel in den komischen sozialen Medien im Internet. Was da manchmal für ein dummes Zeugs rausgehauen wird. Unglaublich. Aber nach Ostern geht es mit Wörtern richtig los. Dann steht uns die Wahlkämpfe bevor. Europawahlen mit Kandidaten, die man nur selten kennt, Bewerber für Gemeinderat und Kreistag, die man nur allzu gut kennt, und künftige Ortsbürgermeister, die man zu kennen glaubt.

Ich habe ja auch schon dran gedacht, mich als Dorfchefin zu bewerben. Aber mein Hermann hat gemeint, ich könnte mit den Leuten nicht so umspringen wie mit ihm. Naja, vielleicht überlege ich es mir noch. In der Fastenzeit kann ich mir ja eine richtig schöne Bewerbungsrede überlegen,

meint eure Liss