Dat mécht der Kaz kee Bockel

Dat mécht der Kaz kee Bockel

Nachdem wir uns die Redewendungen im Luxemburgischen angeschaut haben, die die wichtigsten häuslichen Nutztiere, nämlich Kou (Kuh) und Schwäin (Schwein) betreffen, wollen wir uns auch noch Katze (Kaz) und Hund (Hond) widmen.

Dabei wird das A ganz lang ausgesprochen, ebenso im Plural bei Kazen (Katzen). Vorsicht auch bei der Schreibweise, denn Katzen im Luxemburgischen bedeutet erbrechen und Erbrochenes.

Bezeichnet man das Verhalten ....eines Menschen folgendermaßen:

E sëtzt do wéi d'Kaz um Schläifsteen. Dann heißt das so viel wie: Er sitzt da in einer gekrümmten Haltung.

D'Kaz mécht e Bockel. Die Katze macht einen Buckel. Übertragen:

Dat mécht der Kaz kee Bockel. Das ändert nichts an der Sache.

En huet gespaut wéi eng rose Kaz. Er faucht wie eine rasende Katze. Er hat einen Wutausbruch.

Eng Kaz fällt ëmmer erëm op hir Féiss. Analog für den Menschen: Er übersteht viele Misserfolge.

Dee mécht ewéi d'Kazen, déi vir lecken an hanne krazen. Er tut freundlich und schimpft hinterm Rücken. Er schadet uns heimlich.

Kaz an Hond verdréit sech nët. Oder für den Menschen: Si verdroë sech wéi Kaz an Hond. Sie zanken sich immer.

D'Kaz spënnt, wann ee se hemelt. Die Katze spinnt, wenn man sie streichelt und verwöhnt. Ebenso: Hemel déi Kaz nët esou vill, soss fänkt se keng Mais. Verwöhn die Katze nicht so, sonst fängt sie keine Mäuse.

Vullen, déi fréi sangen, hëlt d'Kaz. Übertragen: Wer allzu früh frohlockt, wird am Tag noch schlechter Laune sein. Man soll den Morgen nicht vor dem Abend loben.

Elo bas d'e Vull fir d'Kaz. Jetzt bist du verloren, bist zum Spielball geworden.

Mehr ....aus .dem .Lëtzebuer-geschen gibt es im Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene". Das Buch ist im Handel und im TV-Shop erhältlich. Der Titel: Sabine Schwadorf: Luxemburger Allerlei, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.