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Sprache
En huet ä gequëtscht

Dass eng Quetsch eine Zwetschge, ein Rausch, eine geschwollene Wange sowie eine alte Frau bedeuten können, darauf sind wir bereits eingegangen. In weiteren, eher übertragenen Bedeutungen ist Quetsch auch eine kleine, veraltete Werkstatt, eine Ziehharmonika und auch eine geizige Person. Von Sabine Schwadorf-Jansen
Sabine Schwadorf-Jansen

Folglich heißt Quëtschbeidel im Lëtzebuergeschen Geizhals und quëtscheg geizig.Wörtlich betrachtet ist quëtschenquetschen oder klemmenBeispiel: En huet sech de Fanger an der Dir gequëtscht.Er hat sich den Finger in der Tür geklemmt.Achtung Doppeldeutigkeit: Um einerseits lautmalerisch die menschlichen Winde zu umschreiben, sagt der Luxemburger:En huet ä gequëtscht.Er hat heimlich einen Bauchwind streichen lassen.Andererseits wird die Redewendung auch benutzt, wenn jemand seine Ausgaben aus Geiz oder Not aufs Äußerste einschränkt. In weiterer Bedeutung sowohl in Luxemburg als auch im näheren Umkreis von Eifel und Mosel ist Quetsch oder Quetschendrëpp auch ein Zwetschenbranntwein. Der passende Ausdruck dazu:Gët mer e Quetsch.Oder:eng Quetschen Für das berühmte Zwetschenmus gibt es mehrere Bezeichnungen, neben Quetschekraut, Quetschegebääss auch Quetschebräi. Der Quetschebam oder Quetschebiereg ist der Zwetschenbaum, der Quetschekuch die Zwetschentorte. Wer nun selbst zur Tat schreiten und sein Pflaumenmus nach Luxemburger Rezept selbst herstellen möchte, zerteilt die Pflaumen (5 Kilogramm) und entsteint sie. Die Pflaumen dann in einen großen Topf geben und ein Kilo Zucker darüberstreuen. Das Ganze 24 Stunden stehen lassen und dann mit Deckel zum Kochen aufsetzen. Ganz wichtig: Dabei nicht rühren! Sobald es kocht, den Deckel abnehmen, damit der Dampf abziehen kann. Die Pflaumen zwei Stunden kochen lassen - am besten ohne rühren - und dann weitere 500 bis 1000 Gramm Zucker nach Geschmack dazugeben und vom Herd nehmen. Anschließend das Pflaumenmus noch einmal gut umrühren und abfüllen. Wer's etwas weihnachtlich mag, kann unter das Pflaumenmus auch zwei Löffel Zimt unterrühren oder etwas Lebkuchengewürz zufügen. Sabine SchwadorfMehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene" von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.Weitere Kolumnen finden Sie unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumnen" text="www.volksfreund.de/kolumnen" class="more"%>