Eng Pansrappecht kréien

Luxemburg · Im Lëtzebuergeschen ist man wenig zimperlich, wenn es um die kleinen Unzulänglichkeiten im Alltag geht, wenn geschimpft und gezetert wird, wenn man sich mal Luft machen muss. Da teilt der Luxemburger - rein sprachlich gesehen - heftig aus und bedient sich eines bilderreichen und familiären Vokabulars.

Wer sich total daneben benimmt, behuelt sech wéi d'Aaxt am Bësch (wörtlich: wie die Axt im Walde). Wer sich dumm verhält und Unsinn anstellt, stellt sech de Batti. Im Eifeler Dialekt kennt man wie im Luxemburgischen auch folgenden Begriff dafür: eng stiichten.

Ganz diplomatisch ist undiplomatisches Verhalten so ausgedrückt: mat der Dier an d'Haus falen (wörtlich: mit der Tür ins Haus fallen). Die eher aufgebrachte, familiäre Variante heißt: engem duerch siwe Boxen an den Aarsch kucken (wörtlich: jemandem durch sieben Hosen auf den Hintern schauen, also extrem neugierig und indiskret sein).

Auch im Deutschen tut man gern seinen Ärger über Zeitgenossen kund, die man für verrückt hält. Das wird mal sanfter, mal heftiger formuliert. Ebenso im Lëtzebuergeschen. Etwa:

Eng mat der Dänn hunn - wörtlich: eine mit der Tanne überbekommen haben

Eng mat der Broutschéiss hunn -wörtlich: eine mit dem Brotschieber überbekommen haben

En Eck en wech hunn - wörtlich: eine Ecke ab haben

Aus der Këscht sprangen - wörtlich: aus der Kiste/dem Sarg springen, wütend sein

Eng Pansrappecht kréien/d` Pans gerappt kréien- wörtlich: jemanden den Bauch zerreißen, im Deutschen also: den Kopf abreißen, vernennen, schimpfen.

Extra: Den muttersprachlichen Part in der Hörversion des Luxemburg-Lexikons übernahm in diesem Fall Sprachlehrer Luc Schiltz aus dem luxemburgischen Hinkel.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort