Gertraud as d`éischt Summerbraut

Gertraud as d`éischt Summerbraut

Neue Folge des Luxemburg-Lexikons: Eine interessante Tradition aus alten Tagen ist in Luxemburg eng mit dem Namenstag der heiligen Gertr(a)ud am 17. März verbunden. Der Name wird ab und zu auch Gäerd oder Traudchen ausgesprochen.

Eine interessante Tradition aus alten Tagen ist in Luxemburg eng mit dem Namenstag der heiligen Gertr(a)ud am 17. März verbunden. Der Name wird ab und zu auch Gäerd oder Traudchen ausgesprochen. Die Heilige gilt als die Beschützerin der Felder vor Mäusen. Einen besonderen Brauch gab es in Rodershausen (90 Einwohner, gehörend zur Gemeinde Hosingen). Dort wurde auf den Gertraudentag so genanntes "Mäusewasser" gesegnet, das zur Verhütung von Mäusefraß über die Felder gespritzt wurde. In Gilsdorf (860 Einwohner) bei Diekirch wird Gertrud für einen seligen Tod angerufen.

Folgende Sprichwörter gibt es mit Gertraud:
Gertraud as d`éischt Summerbraut
Gertrud ist die erste Sommerbraut (in der Eifel auch Frühlingsbraut)

Em Gertraud muss de Spannréck un d'Wand an d'Kromm an d'Hand
An Gertrud muss der Spinnrecken an die Wand und die Krummaxt in die Hand

Gertraudendag werfen d'Handwierksleit d'Luucht an d'Baach, nëmmen d'Schneideren an d'Schouschteren, déi musse waarde bis Ouschteren.
Von Gertrudentag an arbeiten die Handwerker nicht mehr bei künstlichem Licht, mit Ausnahme der Schuster und Schneider, die Ostern abwarten mussten.