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Lexikon
E gudde Rutsch!

Jede Gemeinde handhabt es anders: Zu Silvester darf nicht überall nach Belieben geböllert werden.
Sabine Schwadorf

Dass im Großherzogtum in manchen Dingen die Uhren etwas anders ticken als in Deutschland, darüber haben wir bereits mehrfach berichtet. Dass dies auch für den Jahreswechsel gilt, ist wohl den meisten eher unbekannt. In Luxemburg darf nämlich an Silvester nicht jeder einfach zündeln und knuppen (böllern), wie es ihm beliebt. Denn laut Gesetz hat jede Gemeinde das Recht, dies anders zu handhaben, und zwar Jahr für Jahr. So haben die Stadt Luxemburg, Esch-sur-Alzette, Petingen, Erpeldingen, Berdorf und Kayl für den Jahreswechsel in diesem Jahr das private Abbrennen von Raketen, Böllern und Feuerwerk gänzlich verboten. In anderen Gemeinden wie etwa in Grevenmacher ist ein klar begrenzter Zeitkorridor zwischen 23.55 und 0.30 Uhr als Zeit zum Böllern ausgegeben.

Esch-sur-Alzette begründet sein Verbot   etwa  mit  Gründen  der Sicherheit, des Tierschutzes und der Sauberkeit im öffentlichen Raum. Ob an dem ausgeweiteten Knallerverbot ein Vorfall vom vergangenen Jahreswechsel schuld ist, ist unklar. Silvester 2016 hat sich im Örtchen Flaxweiler eine Kuh in ihrem Fressgitter erhängt, weil sie sich über eine neben ihr eingeschlagene Rakete erschreckt hat. Die daraufhin eingesetzte Diskussion um Tierschutz ist zwar im Laufe des Jahres verklungen, hat jedoch auch in den vergangenen Wochen wieder verstärkt in der öffentlichen Diskussion und in den sozialen Netzwerken eingesetzt.

Wer zum Joreswiessel (Jahreswechsel) am Freedefeier (Feuerwerk) nicht vorbeikommt, muss sich demnach Gemeinden ohne Verbote suchen oder gleich über die Grenze nach Deutschland wechseln.

Ob mit Raketen oder ohne, ob mit Schampes (Sekt) oder ohne Alkohol, ich wünsche allen Lexikon-Lesern:

E gudde Rutsch an dat neit Joër! (Guten Rutsch ins neue Jahr!)

SABINE SCHWADORF

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch „Luxemburger Allerlei – Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.

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