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Lexikon
D‘Jore gin, an den Äfalt bleift

FOTO: Jakobs, Ralf / TV
Das neue Jahr ist noch jung. Zeit also, sich mit Luxemburger Begriffen und Redewendungen zum Jahr und dem Jahreswechsel zu beschäftigen. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

Et as e fett Joër, sot d‘Maus, du huet s‘un enger Specksäit gefriess. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Zeit also, sich mit Luxemburger Begriffen und Redewendungen zu beschäftigen. Etwa:

De Verstand kënnt mat de Joren.

Ähnlich auch dazu die Redewendung im Hochdeutschen: Der Verstand kommt mit den Jahren. Übertragen so viel wie: Aus Erfahrung wird man schlau, oder: Im Alter wird man vernünftiger.

Ähnlich: D‘Jore gin, an den Äfalt

bleift.

Die Jahre vergehen, aber die

Dummheit bleibt bestehen.

Ebenfalls häufig benutzt, aber bitte nicht wörtlich zu nehmen ist folgender Satz:

D‘Jore kommen, an de Mononk

wëllt nët stierwen.

Wörtlich: Die Jahre vergehen, aber der alte Onkel will nicht sterben.

Übertragen verwendet, wenn man vergebens auf ein Resultat wartet.

Dagegen durchaus wörtlich:

E kënnt scho bal an d‘Joren. Oder: En as wäit an de Joren.

Er ist schon sehr alt.

Im allgemeinen Gebrauch sind:

ee Joër duurch d‘anert

im Jahresdurchschnitt

e bleift fir e Joër

er bleibt ein Jahr

`t as nach nët fir dëst Joër

es ereignet sich noch nicht in

diesem Jahr

vu Joeren hier

vor langem

dat dauert elo schon iwwer

 d‘Joër

das dauert jetzt schon das

ganze Jahr

no Joër an Dag

nach unbestimmter Zeit

nom/no engem Joër koum en

 erëm

nach einem Jahr kam er wieder

op d‘Joër war en do

genau nach einem Jahr war er da

dat mécht op d‘Joër dausend

 Frang

das macht nach einem Jahr

tausend Franc

zënter engem Joër

seit einem Jahr

zejoër

voriges Jahr

Ironisch: Wéini kréien ech et?

 Zejoër oder nach éischter?

Wann bekomme ich das ?

Etwa nie?

Soss Joërs/ all Joër waren

d‘Kiischten éischter zeideg.

In den Jahren zuvor waren

die Kirschen früher reif.

Du méchs e Gesiicht ewéi en

 deiert Joër.

Du machst ein finsteres Gesicht.

En Hutt ewéi en deiert Joër.

Übertragen: ein abgetragener Hut

Auch: Du bas een ewéi en deiert

 Joër.

Übertragen: Du brauchst viel Geld.

e gëlle Joër

Jubeljahr

Das Sprichwort gleich zu Beginn unserer heutigen Lexikonteils bedeutet so viel wie: Wer im Überfluss lebt, ist häufig der Überzeugung, dass es seinen Mitmenschen ähnlich gutgeht.

Sabine Schwadorf