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Mar gi mer stëmmen

Aus aktuellem Anlass – im Großherzogtum steht an diesem Wochenende das Referendum über das Jugendwahlrecht, das Ausländerwahlrecht und die Ämterbegrenzung statt, es ist Stëmmdag (Wahltag) – wollen wir unser Vokabular um die Themenfelder Wahlen und Abstimmung erweitern. Sabine Schwadorf

Ofstëmmen heißt es im Lëtze8buergeschen für abstimmen. Beispiel:
Lo stëmme mer of, da gesi mer, wien eise Präsident gët.
Jetzt stimmen wir ab, dann sehen wir, wer unser Präsident wird.
Aber auch Instrumente müssen abgestimmt werden, also:
Mir mussen d'Inschtrumenter openeen ofstëmmen.
Wir müssen die Instrumente aufeinander abstimmen.
Aufgerufen zur Abstimmung sind die Wieler, also die Wähler.
Das passende Verb dazu heißt wielen, wobei beide Vokale, i und e einzeln gesprochen werden.
Dabei geht es nicht nur ums Stimmen für etwas oder jemanden.
Beispiel:
Hien as gewielt gin.
Er ist gewählt worden.
Mar gi mer wielen, auch: stëmmen.
Morgen gehen wir wählen.
Sondern es geht auch ums Auswählen. Also:
Wiel der dat bescht!
Such dir das Beste aus!
Da wiel!
Mach schon, entscheide Dich!
'T gët frësch gewielt.
Im Sinne von luxemburgisch choiséieren, eraussichen, also wählen, heraussuchen:
Es (Obst o.ä.) wird frisch ausgewählt.
Und so wird sich angesichts des Referendums zeigen, wie viele Stëmmen derfir (wie viele Stimmen dafür) und wie viele dergéint (dagegen) sind.

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene". Das Buch ist im Handel und im TV-Shop erhältlich.
Der Titel: Sabine Schwadorf: "Luxemburger Allerlei", Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.