Riichteran ewéi eng Gaardendir

Riichteran ewéi eng Gaardendir

Das Wetter ist toll, lädt zum Flanieren und Sonnen ein - und zur Gartenarbeit. Auch im Luxemburgischen kennt man die Arbeit im Gaart, Mehrzahl Gaarden. Letzteres findet sich im Lëtzebuergeschen vor allem bei Flurnamen oder zusammengesetzten Begriffen.

Beispiele:
Gaardenbänk
Gartenbank
Gaardenblumm
Gartenblume
Gaardenbuedem/-grond
Gartenboden, Humuserde
Garten- und Küchenfans werden folgende Vokabeln mögen:
Gaardenhääl/-keeschtchen/-kreepchen
Gartenhacke, bestehend aus einer Hacke auf der einen, zwei Zinken auf der andern Seite.

Weiteres Werkzeug:
Gaardenschéier
Gartenschere
Gaardenschnouer
Richtschnur des Gärtners
Einen Begriff kennt in Luxemburg bereits jedes Kind: Gaardebounen, im Deutschen Saubohne, in der Eifel auch Dicke Bohne genannt. Ein beliebtes Gericht unserer Nachbarn nennt sich folglich: Judd mat Gaardebounen. Also eine Art Kasseler, ein geräucherter Schweinebraten, mit Saubohnen.
Zwei Redewendungen rund um den Garten betreffen einerseits die Gaardendir, also die Gartentür.
Riichteran ewéi eng Gaardendir
Übertragen auch für grobe Redeweise oder auch für geringe Oberweite bei Damen.
Die andere Redewendung sollten Sie nicht wörtlich nehmen:
'T as nët a séngem Gäertche gewuess.

Heißt demnach nicht: Das ist nicht in seinem Gärtchen gewachsen, sondern: Das hat ein anderer ihm nahegelegt.

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene". Das Buch ist im Handel und im TV-Shop erhältlich. Der Titel: Sabine Schwadorf: Luxemburger Allerlei, Verlag Michael Weyand, 2. Aufl., 14,80 Euro.