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Sankt Martin auf Luxemburgisch

Nun basteln sie alle ihre Laternen, die Kinder, die in den kommenden Tagen durch die Region ziehen und den heiligen Martin mit Umzügen, Feuern und Singfeiern ehren. Wer sich einmal eine ungewöhnliche Luxemburger Variante anschauen möchte, der sollte am Samstag, 12. November nach Vianden an der Our fahren und den "Miertchen" feiern. Sabine Schwadorf

Dieser uralte Brauch wird so nur noch dort begangen, und der mittelalterliche Ort bietet auch eine entsprechende Kulisse dafür. Ursprünglich war der Miertchen ein gewöhnliches Martinsfeuer. In Vianden aber werden gleich zwei Feuer angezündet, eines für die Ober- und eines für die Unterstadt.

Nachdem zwei Böllerschüsse den Start des Spektakels angekündigt haben, steigen zwei beeindruckende meterhohe Flammensäulen in den Himmel. Anschließend werden die Fackeln der Teilnehmer angezündet. Das Geheimnis ihrer Anfertigung wird mündlich vom Vater an den Sohn überliefert. Sie bestehen aus Maschendraht und ölgetränkten Lumpen. Sie sehen aus wie runde Kugeln und werden an einer langen Holzstange oder an einem Drahtseil, begleitet mit Gesang, durch die Gassen von Vianden gezogen, geworfen oder gedreht.

Das Fest beginnt am Samstag, 12. November, nach der Abendmesse zwischen 19.30 und 20 Uhr.

Wer noch mehr rund ums Lëtzebuergesche erfahren möchte, dem sei das Buch "Luxemburger Allerlei - Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene" empfohlen. Es ist im Buchhandel und im TV-Shop im Internet auf www.volksfreund-shop.de erhältlich. Sabine Schwadorf: Luxemburger Allerlei. Verlag Michael Weyand. Trier, 2011. 14,80 Euro. Diese und andere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumnen