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Lexikon
Speise aus wilden Körnern

Trier. Buchweizenknödel sind eine nahrhafte Speise, vor allem für Gluten-Allergiker: auf Luxemburgisch Stäerzelen. Von Sabine Schwadorf

Im Lëtzebuergeschen heißt das Gewächs Hädekar, Hedekuer, Bochaker, Wëllker oder wëllt Kueren, im Deutschen Buchweizen, Heiden, Heidenkorn, Blenden oder türkischer Weizen. Dabei ist Buchweizen kein Getreide, sondern ein Knöterich-Gewächs. Die gute Nachricht für alle Allergiegeplagten: Buchweizen enthält kein Gluten und ist daher für Zöliakiegeplagte unbedenklich. Folglich gewinnt eine Luxemburger Traditionsspeise inzwischen eine neue und damit größere Bedeutung: die Stäerzelen oder Wëllkniedelen, also Kniddelen aus Wëllkarmiel.

Buchweizen ist besonders widerstandsfähig als Pflanze und stellt wenig Ansprüche an die Böden. So war Buchweizen auch in den kargen Gegenden des Luxemburger Nordens eine sichere und dabei nahrhafte Speise.

Bis zur Einführung von phospathaltigen Düngern in der Landwirtschaft waren die Böden im Norden sogar so schlecht, dass selbst der Anbau von Kartoffeln wenig erfolgreich war. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das deftige und sättigende Essen als Arme-Leute-Essen verpönt, und der Buchweizenbestand ging deutlich zurück. Allmählich und dank zahlreicher regionaler Landwirtschaftsinitiativen gibt es wieder verstärkt Buchweizen auch aus Luxemburg zu kaufen.

Eine dieser Initiativen ist die Beo, die Bauereninitiativ fir d‘Eislek an den Naturpark Our. Neben eigenem Rapsöl und Honig vermarktet die Initiative auch Buchweizen und gibt gleich ein paar Tipps für die Zubereitung der Stäerzelen:

Stäerzelen oder Wëllkniedelen werden mit einem Liter Wasser und 400 Gramm Buchweizenmehl hergestellt. Dazu wird das Wasser zum Kochen gebracht und Salz hinzugefügt. Das ganze Mehl auf einmal dazugeben und zu einer steifen Masse verrühren.

Mit einem in heißes Wasser getunkten Löffel Klöße aus der Masse stechen und in eine warme Schüssel geben. Je nach Wunsch mit Sahne, Milch oder Kaffee übergießen. Der Tipp der Bauerninitative: Erkaltete Stäerzelen in der Pfanne erwärmen, indem man Speck in einer Pfanne mit etwas Rapsöl anbrät und kleingeschnittene Stäerzelen dann goldbraun mitbackt.

Gudden Appetit!

Mehr aus dem Lëtzebuergeschen gibt es im Buch „Luxemburger Allerlei – Wissenswertes für Anfänger und Fortgeschrittene“ von Sabine Schwadorf, Verlag Michael Weyand, 14,80 Euro.

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