1. Meinung

Luxemburger Küste

Luxemburger Küste

Der Dauerbrenner unter den Affären und Skandalen ist und bleibt zweifelsfrei das Mysterium rund um den oder die Bombenleger – auch Bommeleeër genannt. Der Spuk aus den 80er Jahren, der bis dato nicht zu Ende aufgeklärt werden konnte, kommt nun vors Gericht, wie am Mittwoch bestätigt wurde.

Die beiden Ex-Polizisten der Brigade Mobile, die mittlerweile bereits einen Teil ihrer Aussagen widerrufen haben, sollen dann die Anklageschrift verlesen bekommen. Am Ende könnte durchaus nur ein Haufen heiße Luft bleiben, wie die Experten natürlich bereits vermuten. Wenn denn wenigstens ein Agententhriller dabei herauskäme: man stelle sich vor, wie Prinzen und paramilitärische, rechtsextreme Geheimbünde mit Deckung von Geheimdienst und Regierung zusammenarbeiten, um mysteriöse Anschläge zu verüben ...

Wie sie ein Land in Angst und Schrecken versetzen und mit Erpresserbriefen in stümperhaftem Englisch die Englischlehrer zum Weinen bringen. Am Ende wird alles aufgeklärt, und als Drahtzieher kommt ein international operierendes Terrornetzwerk heraus, das direkt aus dem Pentagon in Washington gesteuert wird - geleitet von einem Exil-Luxemburger, der ein fein gewebtes globales Netzwerk einflussreicher Landsleute nutzt, um Europa politisch auf Antikommunismus-Kurs zu halten. Schaurig.

Doch der Widerstand der aufrechten Luxemburger wurde niemals aufgegeben, und gemeinsam mit Franzosen und Deutschen (die sich ausnahmsweise mal einig sind) gelingt es den Aufrechten, das Netzwerk zu enttarnen - auch der US-Präsident ist froh, dass sein Land und die Geheimdienste vom schmutzigen Rechtsterror befreit sind.

Zum Dank schenkt er dem Großherzogtum Luxemburg den US-Bundesstaat Kalifornien. "Ihr fühlt euch wohl bei uns, seid auch hier zuhause", sagt er. Und fügt hinzu bei seiner Dankesrede auf der Place d'Armes: "Ech sinn e Lëtzebuerger". Der Nation wird warm ums Herz, sie taufen Kalifornien um auf "Coast of Luxembourg" und freuen sich, nun auch endlich eigenen Meerzugang zu haben.

In Wahrheit endet alles wahrscheinlich nur mit einem Freispruch aus Mangel an Beweisen...