mahlzeit

Er gehört für viele zum Frühling wie Spargel und Erdbeeren: Rhabarber. Vitaminreich und kalorienarm ist er als erstes Freilandgemüse im Jahr zu Recht beliebt.

Moment - Gemüse? Ja, denn obwohl Rhabarber botanisch gesehen ein Gemüse ist, wird er doch meist wie Obst zu Süßspeisen, Kuchen und Desserts verarbeitet. Je jünger, desto zarter, milder und säureärmer sind die Stangen, besonders die rotfleischigen Sorten. Am hohen Säuregehalt scheiden sich jedoch die Geister. Die einen lieben die herbe Frische der Rhabarberstangen, die anderen fürchten schädliche Wirkungen durch die enthaltene Oxalsäure. Schälen verringert den Gehalt der Fruchtsäure, besonders bei älteren, grünen Stängeln. Auch sollte Rhabarber nach Johanni nicht mehr geerntet werden. Die Pflanze muss sich regenerieren, und die Menge an Oxalsäure nimmt ab Mitte Juni zu. Diese Fruchtsäure bildet in Verbindung mit Calcium unlösliche Kristalle. Menschen mit einer Veranlagung zur Bildung von Harnsteinen und Kinder sollten daher zurückhaltend sein. Für alle anderen ist maßvoller Genuss kein Problem. Wer Rhabarber mit Milch oder Quark zubereitet, schaltet die Oxalsäure bereits aus, bevor sie vom Körper aufgenommen wird. Das so gebundene Calcium kann vom Körper allerdings nicht mehr genutzt werden. Bei einem ausgewogenen Speiseplan mit ausreichender Kalziumversorgung fällt das jedoch weniger ins Gewicht. Apropos Gewicht: Die von Natur aus energiearmen Stangen werden aus Geschmacksgründen meist stark gezuckert. Leichter blieben sie mit weniger Zucker. Getreu der Volksweisheit: Sauer macht lustig. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Zusammen mit ihren Kolleginnen gibt sie Tipps zur Ernährung. Fragen an: ernaehrung@volksfreund.de Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" class="more" text="www.volksfreund.de/kolumne"%>