Ernährung: Süßholz sorgt für den Geschmack

Ernährung : Süßholz sorgt für den Geschmack

Viele lieben Süßigkeiten mit Lakritze, andere können dem eigenwilligen Geschmack wenig abgewinnen. Die Grundlage für Lakritzprodukte ist ein Extrakt aus Süßholzwurzeln.

Die gewonnene schwarze Masse wird mit weiteren Zutaten wie Zucker, Stärke, Gelatine und Salmiak vermengt. Auch Farb- und Aromastoffe kommen hinzu. Je nach Rezeptur entstehen daraus mild-süße bis herb-salzige Produkte. Das Besondere an der Süßholzwurzel ist, dass sie Glycyrrhizin, einen medizinisch wirksamen Pflanzenstoff, enthält. Extrakte aus der Süßholzwurzel werden beispielsweise gegen Magen-Darm-Beschwerden, Atemwegserkrankungen oder als Hustenlöser eingesetzt. Bereits im Mittelalter schätzte man die heilenden Kräfte der gelben, holzigen Wurzel. Die Wurzeln der Pflanze wurden für Arzneien geraspelt, daher stammt wohl die Redewendung, die für süße, schmeichelnde Komplimente steht. Da Glycyrrhizin beim Abbau im menschlichen Körper auch den Wasser- und Salzhaushalt beeinflussen kann, sollte man Lakritze nur in Maßen genießen. Besonders bei Bluthochdruck und in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Sogenanntes Starklakritz mit einem erhöhten Gehalt an Glycyrrhizin trägt deshalb den Warnhinweis "enthält Süßholz. Bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden".

Schon gewusst? Die Zutat Süßholz ist auch besonders in weihnachtlichen Frucht- und Gewürztees beliebt. Denn sie süßt, ganz ohne Zugabe von Zucker.

Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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