1. Meinung

Garten: Maienzeit ist Raupenzeit

Garten : Maienzeit ist Raupenzeit

Als Vogel wäre man begeistert. Hält man dagegen als Gärtner Ausschau nach Fraßschädlingen, kann man so gar nichts Nützliches an den Raupen finden. Wir sind halt kein Amselpärchen, das unermüdlich Futter für schnabelaufsperrende Jungen sucht. Auch, wenn ich bei den geliebten Rosen zugreife. Verschiedene Wespenarten nutzen frische Rosenblätter für die Eiablage. Die Brut hinterlässt Löcher und abgefressene Blätter. Von Anfang Mai bis Ende Juni lohnt es sich daher, auf Jagd zu gehen und die Rosenstöcke auf Befall zu kontrollieren.

Das Gleiche gilt für Buchshecken. Die erste Generation der Raupen des Buchsbaumzünslers kann bereits aktiv sein. Früherkennung und gezieltes Absammeln der Nester hilft eine ganze Menge. Auch beim Dickmaulrüssler, der buchtenförmige Fraßspuren in den Blatträndern von Stauden und Sträuchern hinterlässt, wird es Zeit zu handeln. Im Mai bringt man über das Gießwasser nützliche HM-Nematoden (über den Gartenfachhandel bestellbar) aus.

Sie fressen die schädlichen Larven. Während Meise, Fink und Star den Nutzgarten auf eiweißreiche Kost absuchen, greift der Gärtner zur Hacke. Anhäufeln soll bei Kohl, Möhren und Zwiebeln dem Befall mit Gemüse­fliege vorbeugen helfen. Ihre Maden bohren sich in Wurzeln und Stängel. Die Fliegen legen ihre Eier an dem Wurzelansatz der jungen Pflanzen ab. Ist der Brutplatz von Erde bedeckt, fehlen die Voraussetzungen. Eine andere Möglichkeit ist die immer häufiger praktizierte Abdeckung mit Schädlingsschutz-Netzen. Das schützt übrigens nicht nur vor Maden- und Raupenbefall, sondern später auch vor Vogelfraß. Denn bei aller Liebe zu den gefiederten Freunden und Helfern – bei den Erdbeeren hört die Solidarität auf.

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