Gute Wahl fürs neue Gartenjahr

Gute Wahl fürs neue Gartenjahr

Sobald die neuen Gartenkataloge reinschneien, kribbelt es Gartenbegeisterten förmlich in den Fingern. In der Planung wird der Garten bereits bestellt. Aus dem Angebot sollte man sorgfältig auswählen.

Trier. Der Garten ruht. Es ist die ideale Zeit, die neue Saison zu planen. Da kommen die frisch gedruckten Gartenkataloge gerade recht. Wer die moderne Form des Surfens bevorzugt, findet die Informationen auf den Online-Shops der Versandgärtnereien im Internet. Ob Brainstorming oder Wunschliste, erst einmal wird alles aufgeschrieben, was an Pflanzen und Arbeitsgeräten infrage kommt. Wer die Artikel gleich den einzelnen Gartenbereichen zuordnet, behält die Übersicht. Nutz-, Zier- und Topfgarten könnten drei Rubriken sein. Im nächsten Schritt entscheiden Auswahlkriterien, was auf der Liste bleibt.
Beispiel Gemüse und Obst: Was bekommt man nicht so leicht zu kaufen? Alte Landsorten von Kartoffeln gehören dazu. Die Schlemmerknolle gedeiht sogar im Kübel. Die Platzfrage engt die Zahl der Neubestellungen automatisch ein. Viele Vitamin C-Spender schmecken nur frisch. Und auch, was sich wie Roter Moselweinbergpfirsich schlecht transportieren lässt, steht im Hausgarten als Delikatesse. Wie bei allen Pflanzen muss man vorab die Frage klären, ob das Klima passt. Exotische Arten, für die kein Winterquartier zur Verfügung steht, fallen raus. Es gibt auch Kurioses, das winterhart ist. Anstelle der traditionellen Zwiebel könnte die mehrjährige Luftetagenzwiebel Einzug in die Mischkultur halten. Ihre haselnussgroßen Brutzwiebeln sitzen am Ende der grünen Schlotten.
In der Kategorie Gemüsesamen wird als Nächstes das Prüfsiegel "Mal etwas Neues ausprobieren" vergeben. Ein Anteil von zwei Dritteln bewährter Sorten und einem Drittel Unbekanntem hat sich bei der Auswahl bewährt. Entsprechen die Testfrüchtchen nicht dem persönlichen Geschmack, ist das, anders als bei jahrzehntealt werdenden Bäumen, kein Problem. Im nächsten Jahr sät man etwas anderes aus.

Austausch mit Gleichgesinnten


Samentütchen enthalten meist mehr Samen, als man in einer Saison verbrauchen kann. Gleichzeitig verlieren sie mit jedem Jahr an Keimfähigkeit. Wie wäre es, sich mit ein paar Gleichgesinnten zu einer "Saatgut-Union" zusammenzuschließen? Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann mehrere verschiedene Gemüsesorten ausprobieren und sich hinterher über die Erfahrungen austauschen.
Auf Praxiswissen sollte man auch bei der Wahl der Zierpflanzen zurückgreifen. Die Angaben zu Standortbedingungen und Platzbedarf schränken die Wunschliste meist auf ein überschaubares Maß ein. Angepriesen werden etwa Butterfly-Sonnenhüte in trendigen Karibikfarben. Im eigenen Garten sind die Plätze für ein Meter hohe Stauden, die volle Sonne und einen frischen Boden brauchen aber vielleicht alle vergeben. Leidenschaftliche Sammler wird das nicht davon abhalten, auch schon mal wegen der 50. Phloxsorte das komplette Staudenbeet umzuplanen. Dann gilt die barocke Parole als Auswahlhilfe: Nicht das Vernünftige, sondern das Außergewöhnliche ist erstrebenswert. Das ultimative Kriterium bleibt die Kostenkalkulation. Unterm Strich steht so auf der Bestellkarte nur, was einem wirklich wichtig ist und der Vermerk: Welche Pflanzen bekomme ich besser vor Ort?

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