Huflattich

Auf einem Spaziergang durch die Weinberge, am sonnigen Wegesrand oder auf Brachflächen kann man dem Huflattich jetzt massenweise begegnen. Seine goldgelben Blüten leuchten auf der noch kahlen Erde hervor und duften wunderbar nach Honig.

"Kann man essen", sagen die Wildblumenköche. Ich zupfe mir ein Blütenköpfchen vom schuppigen Stängel und lasse es auf der Zunge zergeh ..., ja, nee, is klar, das kulinarische Feld überlasse ich lieber den Insekten. Für Biene und Zitronenfalter sind Huflattichblüten die ersten Nektarquellen. Aber die Blätter seien ein hervorragendes Wildgemüse, behauptet ein "So-überlebe-ich-in-freier-Natur-Freak". Er weiß das aus seinem Outdoor-Handbuch "Essbare Wildpflanzen". Glücklicherweise sind um diese Zeit noch keine Blätter da. Sie treiben erst nach der Blüte aus. Wohlmöglich hätte er sonst das ledrige Laub mit der weißfilzigen Unterseite zu Reisröllchen gewickelt. Nee, echt jetzt, da kann man sich vorstellen, warum die Luxemburger den Huflattich Eselsfüß nennen. Nicht wegen der Form seiner Blätter. Nein, weil's einer Eselei gleich kommt, die jungen Blätter roh im Salat zu verwenden. Das mag Neandertalern geschmeckt haben. Zum "Iron-Wildkraut-Man" sage ich: "Die Blätter kannst du in der Pfeife rauchen". Und das stimmt sogar. In Notzeiten stopften sich Raucher fermentierte Huflattichblätter in die Pfeife oder wickelten den Tabakersatz zum Glimmstängel. Für mich gibt es nur eine empfehlenswerte Verwendung des Huflattichs und das ist im Hustentee. Die gesammelten Huflattichblüten machen den Anfang in der Kräutertee-Hausmischung. Alle paar Wochen kommt ein neues Heilkraut dazu. Am Ende steckt das ganze Jahr Heilkraft in einer Teedose.

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