1. Meinung

Laub als Winterschutz

Laub als Winterschutz

Was da herbstkräftig in warmem Golde fließt sind Birkenblätter, Zitterpappeln und Zaubernuss. Ob Eduard Mörike bei seinem Gedicht auch an Überwinterung gedacht hat? Herbstlaub ist in vielen Fällen das beste Material, um frostempfindliche Pflanzen gut über den Winter zu bringen.

Um frisch gepflanzte Gehölze, die wie Hortensien oder Magnolien im Anwuchsjahr geschützt werden sollten, baue ich eine Art Laubwerkzylinder. Dazu braucht man Viereckdraht. Und wie viel? Drei mal so viel wie das Gehölz im Durchmesser misst.

Die Drahtrolle stellt man rund um die Pflanze auf und verhakt die Enden miteinander. Der so entstandene Drahtkorb wird mit möglichst trockenem Laub locker gefüllt. Das Gehölz sollte höchstens zu zwei Drittel im Laub versinken. Ebenfalls mit Blattwerk, decke ich staudige Montbretien (Crocosmia) zu und die frostempfindlichen Bartfaden (Penstemon), von denen TV-Leserin Lis Langen aus Trier wissen will, ob es ausreicht, Reisig drum herum zu legen.

Blätter von Feldahorn, Haselnuss und Blütenziersträuchern wirken wie eine Daunendecke. Reisig hat dann den Sinn, dass der Wind das Laub nicht wegpustet, und Amseln vom Scharren abhält. Eine holländische Gärtnerin, die des ständigen Aus- und Einpflanzens der Dahlien müde war, erzählte mir, sie habe beste Erfahrungen mit einer dicken Schicht Laub über den im Boden belassenen Dahlienknollen gemacht.

Im milden Weinbauklima der Mosel könnte man es ja mal versuchen. In raueren Lagen von Eifel und Hunsrück dürfte es das dann gewesen sein, mit den "Grumbirenblumen". Den Namen auf Platt bekam die Dahlie aufgrund ihrer Wurzelverdickungen, die an Kartoffelknollen erinnern, also Grumbiren - was von Grundbirnen, sprich goldenen Birnen im Boden kommt.
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