1. Meinung

Mein Garten: Natürlicher Christbaumschmuck

Mein Garten: Natürlicher Christbaumschmuck

Ein richtiger Weihnachtsbaum muss „glänzen, glitzern, funkeln und blenden, dass einem die Augen übergehen“ hieß es vor 120 Jahren in der Zeitschrift Die Gartenlaube. Das Glänzendste was derzeit im Garten funkelt, sind die Samenstände der Silberlinge. Warum also nicht aus dem Naturmaterial Silberkränze für den Christbaum basteln?

Es gibt eine mehrjährige Staudenform namens Silberblatt, die oval-lanzettförmige Silberfahnen trägt und eine ein- bis zweijährige Variante mit runden Silbertalern, den Judassilberling. Reibt man dessen Schotenwände, fallen die Samen heraus, und es bleibt eine silberfarbene Scheidewand stehen. Man glaubt, einen Taler aus weiß glänzendem Pergamentpapier in der Hand zu halten.

Diese Taler kann man im Kreis schuppenförmig aneinanderkleben. Für einen Kreis von zehn Zentimeter Durchmesser, brauche ich 15 Taler. Die Silberringe lassen sich über die Zweigspitzen hängen oder mit roten Schleifchen befestigen.

Schleifchen haben Tradition am Weihnachtsbaum. Vor allem, wenn Äpfel daran hängen. Früher legte man bei der Apfelernte im Herbst bereits die schönsten für den Festschmuck beiseite. Heute kann man Äpfel jederzeit kaufen. Doch nicht alle handelsüblichen Sorten eignen sich. Sie sollten möglichst rot sein, nicht zu schwer und einen langen Stiel haben, um das Band zum Aufhängen daran zu befestigen.

In unserer Großregion greift man zum Roten Trierer Weinapfel. Bis zur Erfindung der Glaskugel waren Weihnachtsäpfel die blitzenden Gegenstände am Christbaum. Wer sie so richtig zum Glänzen bringen will, poliert sie mit der Speckschwarte.

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