1. Meinung

Mein Garten: Umzugsaktionen im Beet

Mein Garten: Umzugsaktionen im Beet

Zwiebeln steckt man derzeit nicht nur, sondern kleidet sich auch nach ihrem Prinzip. Beim ersten Sonnenstrahl trenne ich die abnehmbaren Ärmel aus dem wattierten Anorak: Für das Abschneiden abgeknickter Narzissen brauche ich Armfreiheit.

Die Frühlingsboten landen in der Vase. Lässt man sie über Nacht in einem Wassergefäß ausschleimen, hält der Strauß mit anderen Blumen länger.

Während ich die vom Winterfrost hochgeworfenen Polsterstauden wieder in die Erde drücke, beginnt es zu tröpfeln. Umgepflanzt wird im Regencape. Die Nelkenwurz hat in der Blüte nachgelassen. Also den zu groß gewordenen Horst ausgraben, mit der Rosenschere in Teilstücke schneiden und neu setzen. Die Portion ausgereifter Kompost und eine Handvoll Hornspäne - eine Startdüngung, die sich für alle zu pflanzenden Stauden empfiehlt - ist noch nicht im Pflanzloch, da fegt ein eisiger Wind.

Wo sind die Ärmel für die Jacke? Oh, du glückliche Küchenschelle, denke ich mit Blick auf eine unserer schönsten Frühlingsblüher. Dicht behaart steht das "Pelzmuckelche" da und lässt ihre violettfarbenen Blütenglocken vom Wind hin und her bewegen. Küchenschellen gehören zu den giftigen Hahnenfußgewächsen. In Anlehnung an ihren Naturstandort auf mageren Schafweiden steht die von Bienen geliebte und von Schnecken gemiedene Staude auf einem sonnigen Hügel. Steingärten und Tröge eignen sich.

Sie lieben es kalkhaltig. Daher verteile ich Kalksplitt um die auch in Weiß und Weinrot erhältlichen Küchenschellen. Die Kleider wechseln sie übrigens auch: Aus der Blüte schälen sich seidig glänzende Samenstände, die später an Wattebäusche erinnern.

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