Mein Garten

"Ein Gärtner braucht ein hartes Herz und eine scharfe Schere", sagte mir Gerd Testorf, Meister eines erfolgreichen Rosenbetriebes auf die Frage nach dem Rosenschnitt einmal. Als Frau hört man ja lieber solche Sätze wie: "Verwöhnen Sie Ihre Lieblinge jetzt mit einer Portion Volldünger und verabreichen Sie den Rosendünger erst nach der ersten Blüte.

" Oder: "Lassen Sie die Königin der Blumen am Kaffeekränzchen teilhaben und beugen Sie Sternrußtau mit Kaffeesatz vor, den Sie leicht in den Boden um den Rosenstock eingrubbern." Aber will man sich in modistischen Fragen der Formgebung, sprich Frühjahrsschnitt, wirklich von einem kaltblütig zur Tat schreitenden Radikalsanierer beraten lassen? Man sollte es. Allzu zögerliches Herausnehmen schwacher Rosentriebe und zimperliches Einkürzen bringt nichts als Ärger: Die Rosen vergreisen. Der kurze Neuaustrieb bildet schwache Blüten. Die Blattmasse dagegen bildet eine Dunstglocke, die den Rosenstock schlecht abtrocknen lässt und es Krankheiten und Schädlingen leicht macht. Grob gesagt, kürzt man Beetrosen auf ein Drittel ihrer natürlichen Höhe, lässt fünf bis acht Grundtriebe stehen und schneidet über einem nach außen stehenden Auge - also dort, wo sich bereits der Austrieb am Stängel andeutet. "Aber die hat doch hier oben schon so schön grün ausgetrieben", jammern die Zauderer mit weichem Herzen und lassen die scharfe Schere mutlos sinken. Ihnen würde Testorf versichern: "Der erste obere Austrieb ist für die Rosen nicht von Bedeutung!" Entscheidend sind die Augen im unteren Drittel. In ihnen sind die Blütenknospen angelegt. Aus ihrem Dornröschenschlaf werden sie durch den Frühjahrsrückschnitt geweckt. Den kann man/frau noch bis in den April beherzt angehen. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumneExtra

Rosenschnittkurs in Trier: Am 29. März laden die Rosenfreunde Trier zu einem öffentlichen Rosenschnittkurs ein. Teilnehmen kann jeder, der sich über Rosenschnitt und -pflege informieren möchte. Beginn ist 14 Uhr im Nells Park Trier (Eingang Orangerie oder Haupteingang Verteilerkreis). Scheren sind mitzubringen. Nähere Infos unter www.rosenfreunde-trier.de kf