Mein GARTEN

Was macht man bei "erkälteten Hecken", fragte TV-Leserin Apollonia Landsch aus Konz. Sie ist eine von vielen, deren Kirschlorbeer derzeit arg mitgenommen aussieht.

Die Spätfolgen der Winterextreme sind abgestorbene Partien mit braunen Blättern an den Immergrünen. Das ist mehr als eine "Erkältung". An Hecken der Sorte Rotundifolia (botanisch Prunus laurocerasus) ist es der Supergau. Der mit seinen großen frisch-grünen Blättern mediterran wirkende Sichtschutz ist besonders frostempfindlich. Trotzdem ging das in unserer Region über Jahrzehnte gut. Tatsächlich scheint das traurige Phänomen wie bei einer Grippe funktioniert zu haben: erst der Stress mit einem zu trockenen Jahr. Die Pflanzen sind geschwächt. Dann der Kälteeinbruch, der die bei milder Witterung kaum in die Winterruhe gefallenen Pflanzen wie eine Viruserkrankung überraschte. Da hilft nur eine Radikalkur, also Rückschnitt bis ins noch lebende Gewebe. Mit dem Fingernagel ritzt man die Rinde am Stammholz auf. Ist es unter der Rinde noch grün, besteht Hoffnung. Bis in diese Partien schneidet man zurück und düngt stickstoffbetont. Die Kombination aus Operation und Medikation regt die "schlafenden Augen" an - das sind Knospen, die Gehölze für den Notfall in Reserve haben - neu auszutreiben. Ungeduldige können gleich schneiden. Ich warte bis zum April. Dann fällt der Schnittzeitpunkt mit dem natürlichen Durchtrieb zusammen. Es sind weniger tiefe Nachttemperaturen zu erwarten. Sollte es wieder ein trockenes Frühjahr geben - "Kneippkur" nicht vergessen! Will sagen: ans Wässern denken! So nehmen die Pflanzen den Dünger besser auf. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie uns! Die für alle Hobbygärtner spannend sten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne