Mein Garten

Das ist doch mal eine historische Erklärung für die Lust auf Primeln in der Karnevalszeit: Wie anno dazumal möchte man mit Farben nur so um sich werfen. Stilecht wäre es jetzt, sich in ein Ritterkostüm zu kleiden und an einer fröhlichen Zechtafel Platz zu nehmen.

Foosicht pur, sozusagen. Im Mittelalter wären sodann Diener herbeigeeilt, um Blumen zwischen die ausgelassenen Zecher der höfischen Spiele zu werfen. Im bunten Treiben der Narren sind daraus Konfettischlachten geworden. In ein farbiges Kostüm haben sich auch die Weiden geschmissen. In der Vase dienen sie als hübsches Beiwerk für frühlingsfrische Sträuße und Arrangements mit Hyazinthen und Tulpen. Warum ihnen die zunehmende Sonnenkraft die Röte in die Spitzen treibt, kann man naturwissenschaftlich erklären. Der rötliche Farbstoff in den jungen Zweigen ist ein UV-Schutz. Das Sprossgewebe befindet sich noch im Aufbau. Mit der "Verkleidung" reagiert es weniger empfindlich auf Sonnenlicht. Die fünfte Jahreszeit ist die perfekte Bauzeit für lebende Weidentipis, -tunnel oder -bögen. Dazu braucht man die frisch geschnittenen Weidenruten nur mit dem unteren Ende in den Boden zu stecken. Sollen sich die biegsamen Zweige zu einem Gartenbogen formieren, dürfen die Ruten ruhig stärker als drei Zentimeter im Durchmesser sein. Zur besseren Stabilität, gräbt man die dicken Enden bis zu einem halben Meter tief ein, dünnere Ruten nur spatentief. Nach dem Setzen gut einschlämmen und im ersten Jahr regelmäßig wässern. Weiden lieben es feucht. Mit dem Flechtmaterial lassen sich auch ganz verrückte Garteninstallationen formen. Und das Beste: Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei. Weiden dürfen in der Natur an geeigneten Stellen noch bis März geschnitten werden.