Mein Garten

"Ein Apfelgericht ist so gut, wie die Zutaten die man nimmt", meint die Bäuerin, deren Apfelstrudel ich gerade mit Genuss verzehre. Mit edelaromatischem Gravensteiner habe er eben ein anderes Aroma als mit einem geschmacklosen Golden Delicious .

Überhaupt eignet sich das auf fünf bis sechs Apfelsorten zusammengeschrumpfte Sortiment aus dem Supermarkt weniger gut für Apfelkuchen, Mus und Bratäpfel. "Dafür muss ein Apfel festfleischig und saftig-säuerlich wie ein Boskoop sein", meint die Bäuerin. Sie weiß aber auch, dass nicht jeder Sommer gleich ist. Und der macht die Süße und damit den Geschmack aus. Diese Saison hat nicht gerade die besten Lageräpfel hervorgebracht. Häufiger als sonst muss man die Früchte im Keller untersuchen. Die, die erste Anzeichen schlechter Stellen zeigen, werden zu Apfelmus verarbeitet. Das beste Apfelmus gelingt stets mit einem Potpourri von der Streuobstwiese, wie es sie in der Region noch gibt. Das Rezept ist einfach: ein Kilo Äpfel waschen, schälen, vom Kerngehäuse befreien und in Stücke schneiden. Mit etwas Wasser in einem Topf schmoren. Traditionell werden eine Zimtstange und zwei Nelken dazugegeben. Ich würze das Apfelmus erst nach dem Kochen mit der Würzmischung Delifrut. Je nach Sorte zerfallen die Stücke nach fünf bis zehn Minuten. Ist das Mus mit einem Pürierstab klein passiert, wird nach Geschmack gesüßt. Für die kurzfristige Vorratshaltung kann man das Apfelmus heiß in Gläser mit Schraubverschluss füllen.