Mein GARTEN

Zartseidenrosa versprüht diese dichtgefüllte Rose das Flair der guten alten Zeit. Bei ihrem Anblick hätte Frankreichs Lyriker-Ikone Pierre de Ronsard gejubelt - oder sich gegrämt.

In seiner Heimat ist die poetische Strauchrose nach ihm benannt. Bei meiner saarländischen Gartenfreundin heißt sie Eden Rose 85. Der Züchter Meilland muss sich schon so was gedacht haben: Die kannste in Deutschland besser als paradiesische Verheißung vermarkten. Und 85? Mit der präzisen Angabe des Züchtungsjahres 1985 weiß man im Land der Dichter und Banker doch mehr anzufangen als mit den Zeilen eines Reimschmiedes. Gut - die mittlere Strophe aus Ronsards Gedicht "Die Rose" gäbe eine Ahnung von verklebten Blüten und Pilzkrankheiten, wie sie die derzeitige Wetterlage bei stark gefüllten Rosen beschert. "Doch martert Regen sie, quält Hitze ihren Strauch". Aber diese maßlose Übertreibung: "So löst sie sich vom Stiel und stirbt, die todesmatte." Tatsache ist doch: Betroffene Blüten schneidet man raus. Entfernt werden jetzt auch alle verblühten Blüten von öfter blühenden Rosen. Das fördert eine schöne zweite Blüte. Üblicherweise schneidet man Verblühtes über dem ersten oder zweiten voll entwickelten Laubblatt ab. Man kann auch tiefer schneiden. Über einen derartigen Sommerschnitt reduziert man die Wuchshöhe. Allerdings lässt die zweite Blüte umso länger auf sich warten, je radikaler man zurückschneidet. Die Zeit bis dahin könnte man sich mit selbst verfassten Gedichten zu Ehren der Rose vertreiben. Über Schneewittchen zum Beispiel. Die beliebteste weiß blühende Strauchrose - ein Dauerblüher bis zum Frost - wird im englischsprachigen Raum als "Eisberg" (Iceberg) vertrieben. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne