Mein Garten

Nach den süßen Schleckereien der Festtage wäre eine herzhafte Portion Sauerkraut recht. Am liebsten Selbstgemachtes - so wie früher.

Damals begann die Sauerkrautsaison um diese Zeit, nachdem die erste Portion an Weihnachten aus den blubbernden Fässern entnommen worden war. Eingesäuert haben die Menschen hierzulande schon vor über 450 Jahren. Hieronymus Bock, der berühmte Kräutervater, hat es schriftlich hinterlassen: "Der Kappes ist eingesalzen." Ich habe das Sauerkraut daher immer für eine hiesige Erfindung gehalten. Doch auf das Einsäuern geschnippelter Weißkohlköpfe sind die Chinesen gekommen. Man stelle sich das vor: Wir haben die Kopisten der Moderne kopiert. Mit den Mongolen gelangte die Frische-Konserve nach Russland und weiter nach Polen. Aus der Region des ehemaligen Jugoslawien setzte "kapusta" seinen Weg fort ins östliche Preußen. Von hier aus verbreitete sich die Teutonenspeise in ganz Deutschland aus. Die Seefahrer der Hanse erkannten ihren Nutzen auf weiten Touren. Kapitän Cook verdankt dem Vitamin-C-reichen Sauerkraut den Erfolg seiner Weltumseglungen. Die Vitaminbombe Kohl scheint ihre Inhaltsstoffe ja nicht einmal durch mehrmaliges Aufwärmen zu verlieren. Glaubt man den Elsässern, schmeckt Sauerkraut erst richtig gut, "wann\'s sewemal gewärmt esch". Für mich gehören Wacholderbeeren ins Sauerkraut. Die gibt es um diese Zeit - na klar, aus dem Garten. Ein Echter Wacholder passt beispielsweise in einen Heidegarten. Dort pickt man sich die reifen, dunkelblauen Beeren frisch vom Strauch. An Plätzchentagen wie diesen, kann es vorkommen, dass ich ein paar der würzigen Beeren gleich an Ort und Stelle verzehre. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter volksfreund/garten. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie im Internet: volksfreund.de/kolumne