Mein GARTEN

Das nenne ich mal eine originelle Kaufentscheidung: "Wir lieben Ladenhüter", erzählte mir eine Trierer Familie. Die vier waren stolze Besitzer eines malerischen Japanischen Ahorns.

In Künstlerkreisen würde man beim Anblick des Solitärs in seinem asiatisch anmutenden Innenhof-Ambiente mit Kiesfläche anerkennend von "bizarr gewachsen" sprechen. In der Baumschule meinte der Chef zur Familie: "Und da hinten finden Sie die Ausschussware unseres Ahornsortiments." Dort standen Exemplare, die ihre Äste nach einer Seite ausgeprägt hatten oder anderweitig nicht den ästhetischen Ansprüchen der Norm genügten. Beim breiten Angebot der klein bleibenden Ahorne ist der individuelle Wuchs entscheidend für sein späteres Wirkungsfeld. Als Vorgartenblickfang darf sich das Laubgehölz an die Hauswand drücken. In einer Rabatte muss er sich nach allen Seiten strecken. An einem Bachlauf sollte das Geäst wie ein Wasserfall herabhängen. Ihr handliches Format macht die beliebten Schlitz- und Fächerahorne zu idealen Hausbäumen. Auf kleinstem Raum erfüllen sie alle Kriterien, die an Gehölze für begrenzten Platz gestellt werden: Das Laub ist in Farbe und Form attraktiv. Im Frühjahr überraschen die frischfarbigen Blüten, aus denen sich hübsche Samenstände entwickeln. Im Winter tritt die ansprechende Silhouette des Geästs hervor. Das große Plus aber ist die Herbstfärbung. Auch wenn der "Indian Summer"-Bonus von der Witterung abhängt, kann man sich auf ihre Orange-Gelb-Rottöne verlassen. Bei den für ihre rote Herbstfärbung bekannten Amerikanischen Eichen ist das anders. Nicht jeder Baum färbt gleich schön. Solche Herbstfärber sucht man am besten um diese Zeit direkt in der Baumschule aus. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne