Mein GARTEN

Wenn der Flieder blüht, müssen die Kartoffeln in der Erde sein, heißt es im Elsass. An der Mosel duftet er schon lange.

Die Bodentemperaturen von mindestens neun Grad Celsius sind bei weitem überschritten. Das Schlafzimmer will ich auch nicht länger mit den Grumpern teilen. Im Eierkarton haben sie auf der Fensterbank hübsche Keime gebildet. Das Vorkeimen soll sie weniger krankheitsanfällig machen. Worauf warte ich also noch? Auf die Lieferung Kartoffelpflanzsack für den Sonnenbalkon vielleicht? Ja, die tollen Knollen sind auch was für Stadtgärtner. Im Berliner Prinzessinnengarten, der hippen Gemeinschaftsanbaufläche mitten in Kreuzberg, setzt man Rote Emma und Bamberger Hörnchen einfach in Reissäcke. Ich könnte es mit der großherzoglichen Variante probieren. Aus Luxemburg habe ich mir zwei große verstärkte Einkaufstaschen aus dem Supermarkt mitgebracht. Experimentierfreudig darf man bei Kartoffeln schon sein. Nur nicht, was das Setzen betrifft: Alle Pflanzgefäße müssen Abzugslöcher haben. In Taschen, Säcken, Eimern und Töpfen füllt man unten eine daumendicke Drainageschicht aus Kies oder Blähton ein, darüber etwa 20 Zentimeter Erde. In die Mitte setzt man die Kartoffel - eine pro 15-Liter-Gefäß reicht - und bedeckt die vorgekeimte Knolle mit Erde. Sobald sich das erste Laub nach zwei bis drei Wochen zeigt, beginnt das Anhäufeln. Immer wenn die Blätter 20 Zentimeter rausragen, schaufelt man Erde um die Stängel, bis der Eimer randvoll ist. Das regt das Wurzelwachstum an und steigert den Ertrag. Außerdem wichtig: gleichmäßig feucht halten! Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Dann schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannend sten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne