Mein gARTEN

Schön zu sehen, wenn die junge Generation sich für Kräuter interessiert. Die Tochter einer Freundin liebt Sauerampfer.

Den habe sie schon als Kind von der Wiese weg gegessen. Die Mutter ist ebenfalls ganz wild auf den säuerlichen Geschmack der heilkräftigen Wiesenstaude. Man kann kaum mit ihr spazieren gehen, weil sie ständig am Wegesrand grast - natürlich nur dort, wo keine Hunde Gassi geführt werden. So macht man es ja mit Wildkräutern. Sie werden nur an ausgewählten Standorten gesammelt. Das mag der Grund dafür sein, dass sich immer mehr gärtnernde Feinschmecker Wildkräuter wie den Sauerampfer in den Garten holen. Die Auswahl ist groß: neben Französischem Gourmet-Ampfer über den dekorativen Blutampfer mit roten Blattadern bis zur silberlaubigen Form des Römischen Ampfers, gibt es sogar eine Art für den Kochtopf. Gemüseampfer hat weniger Oxalsäure als die anderen Arten. Die beiden Genießer schwören weiter auf ihren altbekannten Sauerampfer. "Blöd nur, wenn der so braune Flecken auf dem Blatt hat", meint die Tochter der Freundin. "Wie, Flecken?", fragt die Mutter, rupft einen Stiel vom nächstbesten Rumex acetosa - so der botanische Name der essbaren Art für Salate, Kräuterdipps und das saure Blättchen zwischendurch. Die kleinen pfeilförmigen Blätter sind knackig grün. Das sei auch nicht der Sauerampfer, den sie gegessen hätte, entgegnet die Tochter. "Der da war\'s", und dabei zeigt sie auf den kniehoch aufragenden Stumpfblättrigen Ampfer. Nicht, dass die häufige Art unserer Unkrautfluren, Schuttflächen und Kuhwiesen giftig wäre. Aber bisher hielt ich ihn für ungenießbar. So gesehen, dürfte die Begeisterung der nächsten Generation grenzenlos sein, wenn sie erst mal die echten Genusskräuter kennenlernt. Sie haben Fragen? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten Diese und weitere TV-Kolumnen gibt es auf www.volksfreund.de/kolumne