mein garten

"Jetzt hab\' ich die kleinen Blumenzwiebeln im Gartenschuppen völlig vergessen", stöhnt die Gartenfreundin, und will wissen, ob sie die Frühblüher noch setzen kann. Solange der Boden nicht gefroren ist, können alle im Frühling blühenden Zwiebeln unter die Erde.

Was hat sie denn da? Schneestolz und Blausternchen passen zum Bodendecker Bleiwurz. Er trägt letzte azurblaue Blüten und hat die Blätter prächtig rot gefärbt. Die Wildkrokusse finden ihren Platz zwischen Waldsteinien, Kaukasusvergissmeinicht und Gedenkemein. Die Traubenhyazinthen wandern zwischen die einziehenden Funkien. In vollsonnigen Beeten sind all diese kleinen Wilden ideal zwischen spät austreibenden Stauden. Herbstastern, Sonnenbraut und Phlox, aber auch hohe Gräser wie Chinaschilf und Rutenhirse bieten sich als Partner an. Im späten Winter werden die Beete endgültig abgeräumt. Dann sind auch die Samenstände der Gräser bodennah gekappt. Die frühen Zwiebelblumen sorgen bald darauf für erste Farbtupfer im kahlen Beet. "Ich könnte die Zwiebelblumen zum Verwildern doch auch zwischen Rittersporn und Storchschnabel setzen", schlägt die Gartenfreundin vor. Leider nein: Wie der Begriff Verwildern vermuten lässt, eignen sich vermehrungsfreudige Zwiebelblumen nicht als Blütenteppich unter Stauden, die oft geteilt und versetzt werden müssen oder starke Ausläufer treiben. Beliebte Gartenpflanzen wie Pfingstrosen, Palmlilien und Frauenmantel kommen daher nicht infrage. Zu ihnen eignen sich Prachttulpen besser. Die meisten Sorten blühen nur im ersten Frühjahr nach der Pflanzung überzeugend und werden jedes Jahr neu gesetzt. Solange der Boden offen ist, hat man noch Zeit dazu. Kathrin Hofmeister Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter volksfreund/garten Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf volksfreund.de/kolumne