Mein GARTEN

Blatt für Blatt rieselt in den Postsack. Alle unbeschrieben.

Ja fällt den Kindern nichts mehr ein, wenn sie ihre Wunschlisten ans nächstgelegene Weihnachtspostamt St. Nikolaus im saarländischen Großrosseln schicken sollen? Die Blätter im Sack sind natürlich keine Blanko-Wunschlisten, sondern für ein draußen überwinterndes Gehölz im Kübel bestimmt. Laub isoliert. So mummt man auch winterharte Küchenkräuter im Topf ein: Thymian, Ysop, Salbei und Bohnenkraut in eine Kiste stellen und diese mit Laub ausstaffieren. Wenn möglich, rückt man sie unter Dach, nah an die Hauswand. Das schützt vor Kälte und Winternässe. Bei mir stehen dort wintergrüne Stauden namens Purpurglöckchen - Topf an Topf, wie die Schlange vor den Postämtern. Ausgepflanzt hätten sie keine Probleme mit der Winterkälte. Im Gefäß gefriert der Wurzelballen schnell durch. Um starke Temperaturschwankungen abzupuffern, wickelt man sie ein. Wo es richtig kalt wird, schützt eine Noppenfolie um den Topf. So ein Plastikmantel sieht natürlich unschön aus, und man müsste schon Ruprecht heißen, wenn man ihn nicht ansprechender verpacken wollte. Hier kommt der Postsack ins Spiel. Eine Kollegin zog ihn aus der Obsoleten-Kammer - also jenem Stauraum für ungebräuchliche, aber zu schade zum Wegschmeißen gewordene Dinge - ihres Elternhauses hervor. Der Vater war Postbeamter gewesen. So ein Sack ist eine von vielen Möglichkeiten, den Topfgarten weihnachtsmännisch einzukleiden. Erwachsenen fallen da ja die tollsten Sachen ein. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne