Mein GARTEN

Werden am Sonntag die Ostereier gesucht, sind meine Nester längst verschwunden. Lila, gelb und rosaviolett standen die Krokusse in munteren Grüppchen im ganzen Garten verstreut.

Jetzt muss man ihnen Zeit zum Einziehen geben. Selbst wenn sie verblüht nicht besser aussehen als zerknülltes Stanniolpapier und man das vergilbende Blattwerk am liebsten wegräumen würde, muss man sie in Ruhe lassen. Wie alle Zwiebelblumen ziehen Krokusse wichtige Stoffe aus den oberirdischen Pflanzenteilen zurück in die Zwiebel. Sollen sie im nächsten Jahr wieder als bunte Osternester erblühen, muss man das unschöne Vergehen ertragen. Im Rasen kann das ein Problem sein. Hier scharren vor allem die Herren der Schöpfung schon mit den Hufen und wollen in die neue Rasensaison starten.Wird der Rasen jedoch gemäht, bevor die fadenförmigen Blattschöpfe eingezogen sind, sucht man die Krokusblüte nächstes Frühjahr vergeblich. Bleiben drei Möglichkeiten: Erstens, man mäht den Rasen später. Immerhin lassen Krokusse ihr zierliches Grün viel schneller wieder verschwinden als Narzissen oder gar Tulpen. Zweitens, im Herbst setzt man neue Krokusnester. Drittens, man findet eine Ecke am Rand des Rasens, wo die Zwiebelblumen ungestört verwildern können. Solche Plätze eignen sich auch für kleinkronige Narzissen. Die bekannte Tête-à-tête ist so eine Art. Ich pflanze sie nach dem Fest aus der Osterdekoration in den Garten. Regelmäßig wird Verblühtes mitsamt dem grünen Stängel herausgeschnitten. Oft schieben die mehrblütigen Exemplare Büten nach und blühen gerade bei niedrigen Temperaturen lustig weiter. Das ist eine fast so schöne Überraschung wie es die Ostereier im versteckten Nest sind. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/garten" class="more" text="www.volksfreund.de/garten"%> Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" class="more" text="www.volksfreund.de/kolumne"%>