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Mein schöner Garten: Wie man Hortensien färbt

Kolumne Mein schöner Garten : Wie man Hortensien färbt

Das Schönste am Urlaub in Norddeutschland waren die angenehmen Temperaturen. Immer mal wieder ein kleiner Regenschauer: Da muss sich keiner Sorgen um die Bewässerung machen. Sogar die immer durstigen Hortensien, deren botanischer Name aus dem Griechischen nicht von ungefähr mit „Wasserschlürfer“ übersetzt wird, standen fantastisch da.

Dazu auch noch in schönstem Blau. In unserem Boden mit einem pH-Wert weit über fünf und kalkhaltigem Wasser blühen sie quietschrosa. Ihre blaue Blütenfarbe bilden Ball- und Tellerhortensien nur in saurem Boden aus. Denn nur in diesem Milieu können sie die für die Blaufärbung notwendigen Aluminium-Ionen aufnehmen. Nachdem die Regentonnen längst vergossen sind, wird das nichts mit der wöchentlichen Regenwasserration. Man setzt pro Liter drei Gramm Aluminium-Sulfat zu, und schon hat man den „blaufärbenden Zaubertrank“. Im Gartenfachhandel gibt es Kombipräparate für blaue Hortensien. Sie enthalten zusätzlich Dünger.

Allgemein ist es sinnvoll, Dünger in Verbindung mit Wasser oder auf feuchten Boden aufzubringen, um Verbrennungen zu vermeiden. Aber wie kann man den Boden derzeit noch durchfeuchten? Schon die üblichen Gießtipps, morgens und abends zu wässern, laufen bei der Hitze ins Leere. Das Wasser scheint schneller zu verdunsten, als man den Sprenger anwerfen kann. Will man bis in 15 Zentimeter Bodentiefe vordringen – und etwa dort beginnt das große Wurzelwerk – müssen 15 Liter Wasser auf einen Quadratmeter fallen. Der Sprenger muss da schon mal eine Stunde laufen. Einfacher ist das mit trockenheitsverträglichen Pflanzen. Ihnen reicht oft schon ein kurzes Überbrausen. Gebirgspflanzen wie Hauswurz und Krusten-Steinbrech sind dafür bekannt, dass sie Extreme aushalten. Trotzdem brauchen sie den Tau, der sich in den Bergen durch die hohen Temperaturschwankungen zwischen heißen Tagen und kalten Nächten bildet. Im Garten ahmt man die Bedingungen mit der kurzen Dusche nach.