1. Meinung

Reisen erweitern den Horizont

Reisen erweitern den Horizont

Reisen ist der beste Lehrmeister, heißt es unter Gartenliebhabern. Seit sich private Paradiese vom Selbstversorgergarten zum Wohlfühl- und Wohnterrain gewandelt haben, suchen immer mehr Gartenbegeisterte Anregungen in anderer Leute Gärten und öffentlichen Parks. Der Gartenbauverein Wittlich ist einer der gemeinnützigen Vereine, die regelmäßig Gartenreisen anbieten.

Das sei aber wirklich das allerletzte Mal, dass man in die Königlichen Gewächshäuser nach Brüssel fahre, hieß es vor neun Jahren im Jahresprogramm des Wittlicher Gartenbauvereins. Dieses Jahr waren sie wieder vor Ort - zum 21. Mal. "Es gibt eine Hitliste der beliebtesten Gartenreisen", sagt Vorstand Dieter Brussig. Innerhalb der Gartenfestivals, die von den Gartenfreunden im Einzugsgebiet von Koblenz bis Trier und von Mosel und Hunsrück bis in die Eifel nach Prüm und Gerolstein regelmäßig angesteuert werden, steht das Fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten in Langen an erster Stelle. Auf Platz zwei folgen das Fürstliche Gartenfest Schloss Fasanerie Fulda und gleich danach die Gartenschauen.
Die Fahrt zu den Gartenevents erfreut sich großer Beliebtheit. "Bei einer Tagesfahrt braucht man kein Gepäck", klärt das erfahrene Organisations-Team Brussig auf. Da bleibe viel Stauraum für zum Teil ausgefallene Pflanzen, die ansonsten schwer zu bekommen seien. Die meisten lassen sich vom saisonalen Angebot begeistern und verschaffen sich so gleich einen Überblick über den aktuellen Trend.
Den Kofferraum bis auf die letzte Klappe gefüllt, hätten die meisten "trotzdem noch eine Clematis auf dem Schoß", scherzt Ursula Brussig. Regelmäßig fahren die Wittlicher in staatliche Gartenlehranstalten. Einst dienten die allein der wissenschaftlichen Lehre. Heute vermitteln sie ihr Wissen auch an eine breitere Schicht Garteninteressierter. Fast schon zum Standardprogramm gehört der Besuch der Landesversuchsanstalt Veitshöchheim in Franken. "Die Leute lernen eine ganze Menge Praktisches", sagen Brussigs.
Organisierte Gartenreisen können ein Programm bieten, das Privatpersonen oft verwehrt bleibt. "Viele Mitreisende sagen, da käme ich sonst nie hin", meint Ursula Brussig und denkt etwa an die diesjährige Englandreise. Auch der gartengeschichtlich bedeutsame Osten Deutschlands mit dem 2004 in die Welterbeliste der Unesco aufgenommenen Muskauer Park des berühmten Fürsten Pückler wurde erst durch die angebotenen Gartenreisen zum Begriff.
Wer Bäume und Stauden in einem gewachsenen Umfeld studiert hat, bekommt eine Vorstellung davon, wie sie sich entwickeln. "Unsere Mitreisenden notieren sich immer viele Pflanzkombinationen." Danach gingen sie auf die Suche nach den Pflanzen. Das schult die Pflanzenkenntnis. Kennt man die botanischen Namen, ist sogar der Austausch im Ausland kein Problem.Extra

2014 plant der Gartenbauverein Wittlich eine Große Gartenreise vom 31. August bis 6. September nach Dresden, Meißen, Bautzen und Görlitz. Dabei gibt es einen Besuch des Schlossparks Pillnitz, des Fürst-Pückler-Parks Bad Muskau und des Stadtparks Görlitz. Vorgesehen ist eine Drei-Tages-Fahrt nach Veitshöchheim vom 4. bis 6. Juli und eine Tagesfahrt in holländische Privatgärten im Juni. Eine Infoveranstaltung ist am 18. Januar 2014 um 17 Uhr im Casino Wittlich. Internet: www.gartenbauverein-wittlich Eine Viertagesreise vom 3. bis 6. Juli 2014 Richtung Hamburg planen die Rosenfreunde Trier. Besucht werden das Arboretum Ellerhoop, Rosarium Uetersen, Rosenschule Kordes, der Clematisbetrieb Westphal und zwei bis drei Privatgärten. Internet: www.rosenfreunde-trier.de Die Große Exkursion des Landesverbandes Saar-Mosel der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) führt vom 19. bis 22. Juni 2014 nach München und Weihenstephan. Internet www.dggl.org kf