1. Meinung

Rote Moselwalnuss

Rote Moselwalnuss

Da hat unser Leser Achim Ochs aus Wolf recht: Das mit der Roten Moselwalnuss war falsch formuliert. Die Nuss mit der roten Kernhaut kommt nicht nur in Mülheim an der Mosel vor. Sie kommt nur ursprünglich aus Mülheim.

Der Ort ist der offiziell festgelegte Herkunftsnachweis des Blutwalnuss-Zuchttyps. Jeder Baumnachfahre der Lokalvariante, die im Deutschen Nussbaumkatalog unter der Nummer 509 verewigt ist, beweist, dass es auch in Veldenz, Igel oder eben Wolf bei Traben-Trarbach, rote Nüsse gibt.

Ob jedoch hinter jeder roten Nuss eine Original Rote Moselwalnuss steckt, wäre nun spitzfindig zu hinterfragen. Könnte auch die Nummer 1239 sein. Gemeinhin als Rote Donaunuss bekannt, hat auch sie eine rote Kernhaut. In Gegenden Richtung Luxemburg wäre das sogar geschichtlich nachvollziehbar. Im 18. Jahrhundert stand das Herzogtum unter habsburgischer Herrschaft. Und was verfügte Kaiserin Maria Theresia für ihr gesamtes Reich? "An jedem Hof soll ein Nussbaum stehen." Wenn da mal nicht Nussbäume mit Herkunft Österreich abkommandiert wurden. Alles Spekulation.

Der Geschmackstest könnte weiterhelfen. Vom Aroma soll die Rote Donaunuss weit hinter der Moselvariante zurückbleiben. Aber was, wenn es sich um Red Rief handelt. Die ist rot, hat einen hervorragenden Geschmack und wurde in Weinsberg gezüchtet. Und wenn wir mal über den Atlantik fliegen bis nach Kalifornien, sollen auch dort Edelreiser von Nüssen mit rotbrauner Kernhaut weitervermehrt worden sein - Herkunft Frankreich.
Sollte sich herausstellen, dass die über die Mosel nach Frankreich kamen, würde ich als Mülheimer darauf bestehen, dass sie fortan Rote Mülheimer heißen.

Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de . Die für alle Hobbygärtner spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten