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HAUS & GARTEN
Mit Gräsern anfeuern

Trier. Wenn man etwas lange genug wiederholt, soll es sich bekanntlich einprägen. Deshalb werde ich nicht müde, ein Loblied auf die Schmuckwirkung von Gräsern zu singen. Gerade in der Winterzeit gehören Gräser zu den letzten erfreulichen Farbgebern. Von Kathrin Hofmeister

Um Gartenfreunde von den Idealpflanzen zu überzeugen, könnte man die altbekannten Vorteile aufzählen: Gräser strukturieren. Ihre Windbewegung bringt Dynamik in erstarrte Gärten der Winterzeit. Sie stehen für Anmut und Eleganz, ohne Starallüren unserer Prachtstauden mit speziellen Düngewünschen und aufwendigen Pflegemaßnahmen.

Aber nehmen wir ein unkonventionelles Beispiel: Immer mehr Menschen träumen vom offenen Feuer im winterlichen Garten. Gleichzeitig sehnen sich die wenigsten nach Rauch und Feinstaub, den Feuerkorb und –schale eben auch verursachen. So gesehen, sind Ziergräser eine echte Kompromiss-Erfindung der Natur. Ganz ohne Emissionen lodert ein herbstlich gefärbtes Chinaschilf oder eine rötlich aufflammende Rutenhirse. Schon von Weitem wärmt der Anblick eines lichterloh schimmernden Pfeigengrases. Der absolute Griller, pardon Brüller, aber ist das Japanische Berggras (Hakonechloa). Egal, ob man sich für die grünlaubige Stammform oder die gelb gerandete Sorte Aureola entscheidet – beide stehen jetzt in herbstlichem Flammenton da. Durch ihren leicht überhängenden Wuchs erinnern mich die etwa kniehohen Blattschöpfe an ein gemütliches Lagerfeuer. Solche Ziergräser passen in jeden Garten. Am wohlsten fühlen sie sich in halbschattigen Lagen. Ist der Boden nicht zu trocken, können sie aber auch sonniger stehen. Vom Frühling bis zum Herbst sehen sie nämlich auch sehr attraktiv aus.