1. Meinung

Wintergemüse Kohl

Wintergemüse Kohl

Kohl ist ein typisches Wintergemüse. Einige Arten und Sorten können bis weit in den Winter im Garten stehen bleiben. Mit sinkenden Temperaturen werden sie erst richtig aromatisch. Das Gemüse liefert aber nicht nur frische Vitaminkost. Die krausen Köpfe und Blätter sehen im Küchengarten auch noch schön aus.

Grünkohl: Wer ein ebenso nützliches wie dekoratives Wintergemüse sucht, wird unter den verschiedenen Grünkohlsorten fündig. Sortennamen wie Winterbor oder Frostara deuten bereits darauf hin, dass die grün gekrausten Schöpfe frostbeständig sind. Bei milden Temperaturen wächst das Herz weiter. Daher erntet man die Blätter nach Bedarf von unten nach oben.
Wie Fontänen ragen die gekrausten Blätter auf. Das sieht so hübsch aus, dass Grünkohlvarianten ihren Platz immer häufiger auch als Zierpflanze im Beet oder Kübel finden. Die Idee ist keineswegs neu: Grünkohl mit auffällig weiß oder rosafarben überhauchten Blättern wurde Ende des 19. Jahrhunderts wegen seiner Schmuckwirkung kultiviert. Als Tischdekoration landeten die krausen Blätter auf der festlichen Tafel.

Palmkohl: Einer wie Nero de Toscana sieht mit seinen hübschen, langgestreckten Blättern ja auch wirklich wie eine Palme aus. Der Palmkohl, der in der Toscana in herzhaften Eintöpfen Verwendung findet, hält Frostgraden bis minus zwölf Grad stand. Eine interessante, rotblättrige Ergänzung des winterharten Grünkohlsortiments ist die Sorte Redbor. Beim Kochen verliert sie ihre intensiv rote Färbung. Kenner heben sich das leckere Herz bis zu Weihnachten auf. Es lohnt aber auch, die Strünke des Grünkohls nicht komplett abzuernten. Im Frühjahr bilden stehen gelassene Pflanzen zarte Sprossen aus. Sie haben einen feinen Geschmack. Sogar die Blüten sind essbar.
Immer wieder hört man den Ratschlag, man solle Grünkohl erst nach Frosteinwirkung ernten. Dann schmecke er am besten. Doch Winterkohl braucht keine Minusgrade. Um sein Aroma zu entwickeln, reichen bereits Kälteperioden unter sieben Grad Celsius aus.

Rosenkohl: Auch beim Rosenkohl muss man nicht warten, bis das Thermometer unter null sinkt. Der Grund liegt im Stoffwechsel des Wintergemüses. Bei tieferen Temperaturen verbrauchen die Pflanzen weniger Zucker. Er wird im Kohl angereichert. Die Süße verfeinert seinen Geschmack. Beim Rosenkohl lohnt sich der Eigenanbau ganz besonders. Die Röschen aus dem eigenen Garten schmecken unvergleichlich zart. Als Delikatesse gilt die rotfruchtige Sorte Rubine. Die Sorte mit dem nussigen Geschmack übersteht milde Winter. Es gibt aber auch ausgesprochen frostharte Sorten wie Hilds Ideal oder Mercurius. Die Ernte reicht dann bis in den Januar, manchmal sogar Februar. Auch hier sollte man zuerst die dickeren Röschen von unten ernten. Bei milden Temperaturen wachsen die Röschen an den Triebspitzen weiter.
Kreuzt man Rosenkohl und Grünkohl, entsteht eine Neuheit mit grün-violetten Röschen, die an Wirsingköpfe im Miniformat denken lässt. Flower Sprouts ist den ganzen Dezember hindurch erntereif. Das Wintergemüse hat ein nussig-süßes Aroma.

Wirsing: Schon rein äußerlich stellen die dunkelgrünen Köpfe mit der ausgeprägten Wabenstruktur ihrer Blätter etwas dar. Und auch von ihren Inhaltsstoffen begeistern die krausen Köpfe. Wirsing enthält besonders viele Mineralstoffe wie Phosphor, Kali und Magnesium. Wie alle Kohlarten wirkt er antibakteriell und stärkt das Immunsystem.Extra

Das Elsass ist eine Hochburg des Krautanbaus. Sein "choucroute" oder Elsässisch "Sürkrüt" hat Kultstatus. Der TV hat sich vor Ort nach einem Rezept umgesehen: Sauerkraut mit glasierten Zwiebeln, Nelken, Knoblauch, Wacholderbeeren in einen Kochtopf geben. Bis zur Hälfte mit Wasser und einem Glas Weißwein auffüllen. Schmalz, Salz und Pfeffer hinzufügen. Nach einer Stunde Speck und Schweinerippen dazugeben. Bei schwacher Hitze weitere zwei Stunden kochen. Das Sauerkraut mit Wurstspezialitäten wie Eisbein und Knackwürsten, Leberknödeln und Pellkartoffeln anrichten. kf