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Garten
Rhododendren können so schön sein

 Kathrin  Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: TV / Kathrin Hofmeister
Seit einem Telefonat mit dem Chef des größten Rhododendronparks in Deutschland bin ich im eigenen Garten auf der Suche nach dem „Pfad der Stammschönheiten“. Volker Hobbie hatte mir erzählt, dass sie in einem alten Teil des Parks bizarr gewachsene Stammformen entdeckt hätten.

Normalerweise schaut man bei Rhododendron auf die Blüte. Ihr Höhepunkt liegt im Mai, wenn die Immergrünen vor Farbe überschäumen. Immer mehr Besucher wüssten aber auch den Reiz ihres Astwerks zu schätzen, das an Skulpturen erinnert.

An unserem Rhododendron konnte ich nichts dergleichen entdecken. Er ist wohl noch nicht alt genug. Alles, was an dem rund 20 Jahre alten Gewächs auffällt, sind die gelblich verfärbten Blätter. Das liegt an einem verdichteten Boden und der Trockenheit der letzten Jahre. Führt man sich vor Augen, dass die meisten Rhododendron-Wildarten aus Gebieten mit einem jährlichen Niederschlag von 3000 bis 5000 Millimeter und mehr kommen, kann man sich vorstellen, dass auch die gezüchteten Nachkommen in Trockenperioden leiden. Vor allem im Frühjahr zur Austriebs- und Blütezeit wollen sie ausreichend mit Wasser versorgt sein. Über Sommer sind sie nicht weniger durstig. Wie viele Stunden habe ich den Rhododendron und die zwei kleinen Azaleen den letzten Sommer besprengt! Wenn es also nicht nur am Wassermangel gelegen haben kann, was wollen mir die gelben Blätter dann sagen? Häufige Ursache der Gelbsucht ist ein zu hoher Kalkgehalt im Boden. Um ausreichend Blattgrün zu produzieren, müssen die Pflanzen dem Boden Eisen und Magnesium entnehmen. Dafür brauche Rhododendron einen sauren pH-Wert. Ich werde ihnen einfach mal wieder saure Rhododendron-Erde um die Stämme legen. Den „Pfad der Stammschönheiten“ habe ich übrigens ein paar Meter weiter mit der Korkenzieherhasel gefunden.

Tipp: Der Landfrauenverband Bernkastel-Wittlich bietet eine „Gartenreise in den Norden“ mit Besuch des Rhododendronparks Hobbie zur Blütezeit an. Auf der dreitägigen Erlebnisreise vom 16. bis 18. Mai geht es unter anderem auch in die Blumenhalle Wiesmoor und den Park der Gärten in Bad Zwischenahn. Anmeldungen und ausführliche Infos bei der Reiseleiterin Ingrid Degen unter 06531/4483 oder per Mail an idegen@gmx.net

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