1. Meinung

Mensch... Monsieur Hollande!

Mensch... Monsieur Hollande!

Olàlà. Das hätte man Ihnen gar nicht zugetraut. Strahlt den Charme eines Oberbuchhalters der Volksfürsorge aus und räumt die attraktivsten Frauen ab.

Da scheint schon was dran zu sein am Zusammenhang zwischen Macht und Erotik. Wie sollte man sich sonst auch die Anziehungskraft Ihrer Vorgänger erklären? Sarko, der laufende Meter mit der großen Nase. Chirac, der distinguierte Herr mit dem Sexappeal von Loriots Staubsaugervertreter. Oder Mitterrand, der schon zu Lebzeiten zum Monument Versteinerte. Sie alle hatten ihre Affären und Liebschaften im höchsten Staatsamt.

Das scheint beim Führungspersonal von La douce France schlicht dazuzugehören. Für Deutsche schwer nachvollziehbar. Schon die Vorstellung, dass Frau Merkel sich, getarnt mit einem Motorradhelm, von einem ihrer Sicherheitsbeamten zum Tête-à-tête mit einem knackigen jungen Schauspieler in ein Kreuzberger Liebesnest ... - Stopp, kein weiterer Gedanke in diese Richtung, bevor noch Kopfkino daraus wird.

Aber wie es so geht, Monsieur le Président: Erst geben Sie den Schwerenöter, dann geraten Sie schwer in Not. Ihre Franzosen pfeifen der neuen First Lady Ihres Herzens nicht anerkennend hinterher, sie pfeifen ihren Staatschef aus. Was immerhin beweist, dass Ihre Landsleute im Gegensatz zu den Berlusconi-Fans in Italien ihren Verstand noch irgendwo anders sitzen haben als in der Hose.

Vielleicht haben die Franzosen auch einfach nur Angst vor der logischen Fortsetzung Ihrer Liebesgeschichten. Die Mutter Ihrer vier Kinder, Ségolène Royal, ist mit 60 so alt wie Sie. Die nun offenbar ausrangierte Madame Trierweiler ist zwölf Jahre jünger. Ihr neuestes Modell Julie Gayet könnte schon locker Ihre Tochter sein. Wenn das so weitergeht, dann sitzt bald die französische Ausgabe von Lothar Matthäus im Élysée-Palast.

Na ja, eines ist beruhigend: Wenigstens singt Ihre Neue nicht. Dafür dreht sie Fernsehfilme. Der letzte in Deutschland veröffentlichte hieß übrigens: Liebe zwischen den Fronten.