1. Meinung

Wirtschaft: Minijob in Luxemburger Steuer

Wirtschaft : Minijob in Luxemburger Steuer

Viele Ehegatten von Grenzgängern haben einen Minijob. Der Minijob ist bekanntermaßen in Deutschland steuerfrei und taucht weder in der Steuererklärung noch im Steuerbescheid auf.

Es besteht allerdings eine allgemeine Verunsicherung, ob und wie diese Einkünfte in der  Luxemburger Steuererklärung ab dem Jahr 2018 angegeben werden müssen. Diese Frage kann zunächst mit ja beantwortet werden, da man in den allermeisten Ländern steuerfreie Minijobs nicht kennt.

Zwar gibt es auch in Luxemburg eine günstigere Lohnbesteuerung für sozialversicherungspflichtige, haushaltsnahe Dienstleistungen. Letztendlich gibt es hier jedoch keine Steuerfreiheit. Daher muss auch der Haushaltsjob in der Steuererklärung aufgenommen werden.

Welche Auswirkungen hat dies dann in der Luxemburger Steuererklärung, insbesondere auf die Bemessung des Prozentsatzes in der Steuerklasse 2 ? In den allermeisten Fällen wirkt sich die Angabe des Minijobs steuerlich nicht oder nur geringfügig aus. Denn selbst beim Ausschöpfen des Höchstbetrages des Minijobs erzielt man maximal 5400 Euro Einkommen brutto. Wenn dies so ist, gibt es in Luxemburg einen Steuerfreibetrag von 4500 Euro für Ehegatten. Letztendlich zieht man auch noch die Fahrtkosten und die Werbungskostenpauschale von 540 Euro ab, so dass in den meisten Fällen am Ende eine schwarze Null als Saldo herauskommt. Die Angabe des Minijobs hat folglich meist keine steuerlichen Auswirkungen. Es besteht somit auch kein Grund zur Unehrlichkeit gegenüber den luxemburgischen Finanzbehörden.

Stephan Wonnebauer, Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins Luxemburg.

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Flagge Luxemburg Foto: TV

Bei Fragen zum deutsch-luxemburgischen Recht können sich Grenzgänger an den Deutschen Anwaltverein Luxemburg (DAV) wenden, www.dav.lu