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Moien! Biver bleibt hip, Skype ist out

Moien! Biver bleibt hip, Skype ist out

Jean-Claude Biver ist einer, auf den man in Luxemburg stolz ist. Der Mann ist gebürtiger Luxemburger, aber er lebt schon lange in der Schweiz. Er ist Unternehmer und seine Expertise begeistert Menschen weltweit, weckt Leidenschaften gar: Uhren, genauer gesagt Luxusuhren.

Biver macht aus simplen Zeitmessern Geräte, deren Design und Material das Herz von Fans höher schlagen lassen. Andere schütteln spätestens beim Preis verständnislos mit dem Kopf. Für eine "Big Bang" von Hublot kann man schon mal 20 000 Euro auf den Tisch blättern. Die extravagante Uhr ist aber nur eins von Bivers Babys, das Redesign des James-Bond-Klassikers Omega Seamaster ist ein anderes.

Mit einem zweiten Frühling für die Traditionsmarke Blancpain hatte er einst seine beispiellose Karriere bei den Eidgenossen gestartet. Und nun will er sich einen Herzenswunsch erfüllen und eine Zeitung kaufen. Die Genfer Postille Le Temps soll es sein, ihre Besitzer wollen sie loswerden. Aber Biver wolle damit nicht viel Geld verdienen, heißt es. Schließlich muss ja jemand dafür sorgen, dass die Zeitung nicht wegstirbt. Nicht noch eine. Gerade in Zeiten, wo die Online-Redaktionen auf dem Vormarsch sind.

Hat der Herr der Uhren mit Le Temps nur halb so viel Erfolg wie im Uhrengeschäft, müssen sich die Genfer nicht sorgen. Und die Luxemburger sehen schon einen der Ihren als neuen Schweizer Medienmogul.

In der Beliebtheitsskala um ein paar tausend Punkte gefallen ist dagegen Skype. Das einst in Luxemburg mit Risikapital gegründete Unternehmen, das aus Videotelefonieren das "Skypen" machte, hat ohnehin schon einen Absturz hinter sich: erst an Ebay verkauft, dann an Microsoft verscherbelt.

Und nun steht Skype - mit seiner Hauptverwaltung noch immer in Luxemburg - unter Verdacht, Kundendaten an die amerikanischen Freunde von der NSA weitergegeben zu haben. Prism lässt grüßen! Wie kurz vorm Wochenende bekannt wurde, ist die Luxemburger Datenschutzkommission schon seit Juli mit einer Untersuchung in dem Fall beschäftigt