1. Meinung

Mulchen in Beet und Nutzgarten

Mulchen in Beet und Nutzgarten

"Kann man ein Beet aus Stauden und Rosen weniger arbeitsintensiv gestalten, indem man Rindenmulch aufbringt?", fragt TV-Gartenleserin Andrea Weirich. Eine Mulchschicht soll helfen, Unkraut zu unterdrücken und Feuchtigkeit im Boden zu halten.

In Staudenmischpflanzungen würde ich den feineren Rindenhumus vorziehen. Warum? Die kaum verrotteten Holzstücke des Rindenmulches entziehen dem Boden Stickstoff. Der fehlt den Pflanzen beim Wachstum. Der Boden versauert. Je nach Qualität schleppt man sich schnell Pilzkrankheiten ein. Die Mulchfrage beschäftigt auch Nutzpflanzengärtner. Unter dem Motto "Eine Decke für die nackte Erde", gilt Flächenkompostierung um Gemüse seit Marie Luise Kräuter als sinnvolles Mittel, den Boden feucht zu halten und das Bodenleben anzuregen. Wie formulierte es die Pionierin des Bio-Gartens: "Man kann - vor allem, wenn die Witterung einmal feucht ist - beinahe zusehen, wie die Mulchschicht im Boden verschwindet, verarbeitet von den winzigen Bodenlebewesen, umgewandelt in neuen Humus." Nachschub liefern Unkrautblätter, Gemüsereste, Rasenschnitt und vieles mehr. Doch jetzt kommt\'s: Unter dem genialen Deckmantel der Kreislaufwirtschaft fühlen sich nicht nur Regenwürmer und nützliche Mikroorganismen wohl. Schnecken werden vom Mulch magisch angezogen. Tagsüber verstecken sie sich darunter. Nachts fallen sie umso gefräßiger über unsere frisch gesetzten Gemüsepflänzchen und Freilandsaaten her. Gärtner mit Rhabarber im Garten kennen einen Trick: Sie legen die großen Rhabarberblätter als Mulch aus. Die Schnecken verkriechen sich unter dem vermeintlichen Sonnenschirm. Mit einem Handgriff ist ein Rhabarberblatt voll Schnecken gefangen. Man muss sie nur noch absammeln. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de. Die spannendsten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten