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Garten
Osterglocken läuten den Frühling ein

Trier. TV-Garten im März: Mit dem Frühlingsanfang rücken Zwiebelblumen wie Narzissen in den Mittelpunkt. Von Kathrin Hofmeister

In Töpfen und Frühlingsarrangements werden Zwergnarzissen und Tazetten längst angeboten. Jetzt beginnt die Hochsaison der über 40 000 weltweit registrierten Gartensorten auch im Freiland. Fragt sich nur auf welchen Plätzen sich die fröhlichen Zwiebelblume am wohlsten fühlen und was es wann zu tun gibt – ein Überblick.

Wo passen Narzissen im Garten am besten hin?

Ein Klassiker sind Osterglocken unter Obstbäumen. Da die wenigsten Hausgärten heute noch große Apfelbäume, Kirschen oder Birnen aufweisen, bieten sich Narzissen im Rund unter Zierformen an. Zierapfel, Weißdorn und sogar Felsenbirnen gibt es als Hochstamm. Im Randbereich von Blütensträuchern machen sich kleinere Narzissen gut.

Eignen sich Beete für die Zwiebelblumen?

Narzissen passen hervorragend in moderne Gräserpflanzungen, wo wenig gehackt wird. Wildarten sind ideal in Steingärten und Trockenpflanzungen, weil ihre Zwiebeln sehr gut mit Sommerhitze zurechtkommen. In Staudenbeeten setzen Narzissen erste Farbakzente.

Tipp: Langstielige Narzissensorten im Staudenbeet nach hinten setzen. Dann wird ihr unschönes Laub vom frisch austreibenden Blattgrün der Stauden verdeckt. Das Einziehen kann bei großblütigen Narzissen sechs Wochen und mehr dauern.

Wie sieht es mit Rasenflächen aus?

Auch hier gilt: Eine Narzissenwiese bietet während der drei bis vierwöchigen Blütezeit einen traumhaften Anblick. Danach dominiert das Blattwerk, das später langsam vergilbt. Das muss man aushalten können. Denn eine Rasenfläche mit Zwiebelblumen darf nicht zu früh gemäht werden. Die Reservestoffe aus dem Grün können nur zurück in die Zwiebel wandern, wenn die Blätter nach der Blüte in Ruhe einziehen können. Oftmals sind Randbereiche, etwa der ohnehin vermooste Übergang vom Rasen zur Blütenhecke der bessere Platz.

Woran kann es liegen, wenn bei eingewachsenen Narzissen die Blüte ausbleibt?

Wollen Narzissen nicht blühen, ist ihr Laub in den meisten Fällen im letzten Jahr zu früh abgeschnitten worden. Die Blütenanlagen für die kommende Saison werden in der Zwiebel aus den Reservestoffen gebildet, die aus den Blättern zurückfließen. Das Laub muss zu mindestens zwei Drittel gelb sein.

Soll man den Samenstand abschneiden?

Bei hohen Beetsorten und überschaubaren Stückzahlen ist das sinnvoll. Ein Drittel der Kraft geht sonst in die Samenbildung, anstatt in die Zwiebel. In naturnahen Pflanzungen kann die Vermehrung über Samen dagegen gewollt sein. Außerdem wäre der Pflegeaufwand hier zu groß. Schneidet man Verblühtes gleich mit dem Blütenstiel ab, ragt er später nicht unschön aus den Blättern.

Was passiert, wenn Narzissen zu dicht stehen?

Auch dann kann die Blüte ausbleiben. Viele Arten und Sorten eignen sich ausgesprochen gut zum Verwildern. Weil sie jedes Jahr Tochterzwiebeln bilden, vermehren sie sich von alleine und können mit den Jahren dichte Bestände bilden. Irgendwann kann es jedoch zu eng werden, und der Konkurrenzkampf um Nährstoffe zu groß. Dann nimmt man sie im Sommer auf, trennt die Tochterzwiebeln ab und pflanzt sie an einem neuen Standort weiter auseinander.

Brauchen Narzissen Dünger?

Meist reicht die allgemeine Kompostgabe auf dem Beet. Aber Narzissen lieben Tomatendünger. Idealerweise versorgt man sie mit dem Blattaustrieb, sobald das Laub etwa handbreit aus der Erde schaut. Möglich ist eine Düngung aber während der gesamten Wachstumszeit im Frühjahr. Achtung: Stickstoffbetonte Mineraldünger schaden mehr, als sie nützen. Die Zwiebel wird weich und krankheitsanfällig.

Gibt es andere Risiken?

Schnecken sind eines der wenigen Probleme, mit denen Narzissen wie viele andere Frühlingsblüher zu kämpfen haben. Von Wühlmäusen dagegen bleiben sie im Gegensatz zu Tulpen und Krokussen verschont. Und auch sonst sind Narzissen absolut pflegeleicht und langlebig.