Kolumne Pitter: Ein großes Ja zur Tüte

Kolumne Pitter : Ein großes Ja zur Tüte

Ach, was für eine Hektik so kurz vor Weihnachten. Ich weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht, und hätte fast vergessen, noch etwas für die treuen Volksfreundleser zu schreiben.

Daran ist nicht nur die Suche für ein Geschenk für meine Walburga schuld. Sondern auch die Suche nach den Mülltüten. Denn, wer derzeit ins Bürgerbüro der Kreisverwaltung geht, ist garantiert nicht allein. Es geht zu wie im Taubenschlag, von adventlicher Besinnlichkeit keine Spur. Diejenigen werden Lügen gestraft, die geunkt hatten, dass künftig auch Biomüll in die schwarze Restmülltonne geworfen wird. Nein, so schlimm sind die Vulkaneifeler nicht. Sie sind schlimmer. Denn sie nehmen die Getrenntsammlung ernst. Die meisten, die im Bürgerbüro für Bio­tüten anstehen, wollen reichlich davon. Am besten für jeden Tag eine, denn man kocht selbst und hat Futterreste vom Hund. Im Sommer oder bei ballaststoffreicher Ernährung plus Kaffeefilter seicht eine Tüte schon nach einem halben Tag durch, dann bräuchte man zwei pro Tag. Demnach käme man Pi mal Daumen bei 60 000 Einwohnern und 365 Tagen auf knapp 22 Millionen Tüten, welche in der Kreisverwaltung als einziger Ausgabestelle gehortet werden müssen.

Vielleicht wird am Ende die angrenzende Polizeiwache zum Lagerraum umgewidmet. Die Polizei soll ja sowieso mehr Präsenz zeigen, also Streife fahren. Und wenn alle Stricke… äh, Tüten reißen, können die Bauernproteste gegen die Düngeverordnung eindrucksvoll umfunktioniert werden. Nicht bloß mit dem Trecker los, sondern Hänger dran, Biomüll drauf und ab nach Mainz. Es wird dann vielleicht nur Minuten dauern, bis aus dem Ministerium die Entscheidung kommt: Die Tonne muss wieder her!

In diesem Sinne, wünsche ich allen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest!